Je früher desto besser: Was man über Federweißen und Primeurweine wissen sollte.
Offizielles Stichdatum zur Verkostung der neuen Weine bildet traditionsgemäß der Grevenmacher Weinmarkt im Frühjahr nach der Lese. Viele Liebhaber junger Weine wollen aber schon früher die neuen Weine genießen. Daher fiebern sie jedes Jahr zwei Terminen ungeduldig entgegen: Zum einen die offizielle Eröffnung des Federweissen-Ausschankes und zum anderen der Vermarktungsstart der Primeurweine.
1. Federweißen (ab Freitag, 2. Oktober 2009)
Beim Federweißen handelt es sich um Traubenmoste, welche sich noch in der Gärung befinden. Für den Federweißen werden ausschließlich Traubenmoste von weißen Rebsorten verwendet. Er enthält Hefezellen als Schwebstoffe, die ihm wegen ihrer federweißen Farbe den Namen verliehen haben. Die bei der Gärung enstehende Kohlensäure macht den Federweißen spritzig. Federweißer ist vitaminreich (Vitamin B1 und B2) und hat eine entschlackende Wirkung. Seine Süße und der prickelnde Geschmack verleiten leicht dazu, ein Glas zu viel davon zu trinken. Zwiebelkuchen oder Flammkuchen sind seine traditionellen Begleiter. Aber auch andere Speisen eigenen sich vorzüglich zum Federweißen. Hier gilt: Je fettiger und schwerer desto besser.

Das Datum, ab dem der Luxemburger Federweißen vermarktet werden soll, wird von den Winzern gemeinsam jedes Jahr, kurz vor der Ernte bestimmt. In diesem Jahr ist dies am Mittwoch, dem 2. Oktober 2009.
2. Die Primeurweine (ab Donnerstag 12. November 2009)
In verschiedenen Weinkennerkreisen sind diese Weine zu Unrecht verpönt. Dennoch warten Weinfreunde fieberhaft auf Ihr Erscheinen. Es handelt sich dabei um die so genannten Primeurweine respektiv „Vin nouveau“, um Weine welche noch im Erntejahr vermarktet werden. Hierzulande darf ab dem zweiten Donnerstag im November der Luxemburger Primeurwein verkauft werden. Die Primeurweine aus heimischem Anbau werden entweder als Rotwein „Pinot Noir Primeur“ sowie als Weisswein „Auxerrois - Vin nouveau“ vermarktet. Diese beiden Rebsorten sind typische Rebsorten des europäischen Weinbaus. Beide werden ungefähr zeitgleich gegen Ende September bis Anfang Oktober per Hand geerntet.
Pinot Noir Primeur
Die schwarzen Beeren der Pinottrauben haben einen hellen Saft. Die Farbe bekommt der Rotwein erst durch den Kontakt mit der Beerenhaut. Der Primeur verdankt seinen recht leichten, wenig gerbsäurehaltigen Geschmack der Tatsache, dass die zerquetschten Schalen nur sehr kurze Zeit, aber dafür bei relativ hohen Temperaturen in Kontakt mit dem Saft stehen. Dieses Verfahren verleiht dem Pinot Noir Primeur eine tiefrote Farbe sowie eine intensive hochinteressante, nach Erdbeeren, exotischen Früchten und Johannisbeeren schmeckende Aromatik. Auch bleibt der Wein zudem frisch und leicht.
Die Rebsorte Pinot Noir

Beim verkaufsfertigen Primeur sind im Vergleich zum Federweissen die Gärungsprozesse vollständig abgeschlossen. Es handelt sich folglich um einen fertigen, klaren Wein, der lediglich früher abgestochen wird. Der so hergestellte Primeur schafft es in dieser kurzen Zeit die Trinkreife zu erreichen. Der Wein sollte aber innerhalb von einem Jahr getrunken werden weil, anders als bei der traditionellen Rotweinmaischegärung, die Primeurweine von der Leichtigkeit und Frucht leben und nicht unbedingt von einem gerbstoffbetonten Körper. Hauptsächlich die Gerbstoffe in Verbindung mit hohen Alkoholgehalten verleihen klassischen Rotweinen die hohe Lagerfähigkeit.
Auxerrois nouveau
Die Auxerroistraube gedeiht äußerst gut an der Luxemburger Mosel. Die Erfahrungen der letzten Jahrzehnte bewiesen, dass diese Sorte bestens an unsere klimatischen Bedingungen angepasst ist und ein besonders großes Qualitätspotenzial auch in klimatisch etwas schlechteren Jahren hat. Ideal zur Herstellung von Crémant sowie von trockenen Stillweinen, besticht diese Sorte insbesondere schon im Jungweinstadium durch ihr feines Buket sowie harmonische Säure. Anders als zum Beispiel beim Riesling schaffen Auxerrois Primeurweine es in kürzester Zeit zur Trinkreife zu gelangen.
Die Rebsorte Auxerrois

Hier gilt auch: Auxerrois Nouveau sollte bis zur nächsten Ernte getrunken sein, ansonsten geht die typische exotische Aromatik verloren.
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