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Rebschutzhinweis 9/2011 vom 25. Juli 2011 für den ökologischen Weinbau

One up

Überblick

Die Abschlussspritzungen können bei frühen bis mittelfrühen Sorten durchgeführt werden. Der Vegetationsvorsprung beträgt im Moment noch immer ca. 3 Wochen, deshalb muss man sich auf eine frühe Lese vorbereiten. Spätreifende Sorten (Riesling) erst ab dem 1. August behandeln.

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Weinbauliche Hinweise:

Kurz vor der Reife sollen die offenen Gassen nicht mehr zu oft bearbeitet werden, da es durch die Lockerung der Bodenschichten zu einem Mineralisationsschub kommt und somit das Risiko von kompakten, fäulnisgefährdeten Trauben steigt.

  • Einsaat Winterbegrünung

Zu diesem Zeitpunkt kann eine Winterbegrünung in die offenen Gassen gesät werden. Falls es jedoch weiterhin trocken bleibt, könnte die Einsaat auch noch nach der Lese erfolgen. Zur Winterbegrünung eignen sich Mischungen, die überwinternde Leguminosen enthalten. Hierzu empfiehlt sich die WOLFF-MISCHUNG (15 kg/ha bei Einsaat in jede 2. Gasse, entspricht etwa 40 kg/ha Gesamtfläche).

  • Stiellähme

In Weinbergen mit Stiellähmegefahr kann ab Reifebeginn noch eine Behandlung mit magnesiumhaltigen Blattdüngern in die Traubenzone durchgeführt werden. Nach dem Weichwerden der Beeren sollte wegen Gefahr von Bittertönen im Wein kein Bittersalz mehr angewandt werden! Es empfiehlt sich die magnesiumhaltigen Blattdünger nicht in Kombination mit Backpulverpräparaten auszubringen, da es zu Verbrennungen kommen kann!

Rebschutzmassnahmen

Um die Abdrift zu minimieren sind bei den Bodengeräten abdriftarme Düsen, wie z.B. die Injektordüsen zu verwenden. Der Rebschutz sollte in jeder Gasse bei einem Wasseraufwand von 600 - 800 L/ha erfolgen.

  • Peronospora

Die Beeren können nicht mehr befallen werden, dennoch muss der Neuzuwachs weiterhin geschützt werden. Für die Abschlussbehandlung ist Kupfer gegen Peronospora zu bevorzugen! Die Anlagen regelmäßig auf Ölflecken kontrollieren und VITIMETEO-Warndienst verfolgen!

  • Anlagen ohne Peronospora-Befall: 300 - 400 g/ha Rein-Cu

  • Anlagen mit leichtem Peronospora-Befall: 500 – 600 g/ha Rein-Cu

Die Behandlungen müssen stets vorbeugend (d.h. vor den Niederschlägen) sein!

vitimeteo

  • Oïdium:

Der Infektionsdruck von Oïdium ist weiterhin hoch. Die Beeren bleiben bis zum Weichwerden gegenüber Oïdium äußerst empfindlich. Die Anlagen sollen weiterhin beobachtet werden, um bei Befall reagieren zu können. Gegen Oïdium sollte jetzt kein Netzschwefel mehr eingesetzt werden, da die Wartezeit 56 Tage beträgt! Deshalb sollte auf BACKPULVER (Mehltauschreck oder Vitisan) zurückgegriffen werden.

Anwendungsempfehlung:

  • 9 – 10 kg/ha BACKPULVER (max. Konz. 1,5 kg/hl) mit 0,4 L/hl HF-PILZVORSORGE als Wirkungsverbesserer. oder:

  • 2 – 3 L/ha KALIWASSERGLAS mit 0,4 L/hl HF-PILZVORSORGE

Bei Oïdiumbefall: Traubenwäsche mit einem Wasseraufwand von 800 – 1000 Liter/ha:

  • 1,5 kg/hl BACKPULVER mit 3 – 4 L/ha HF-PILZVORSORGE (0,4 L/hl)

Zur Verbesserung des Wirkungsgrades von Backpulver kann das Netzmittel PREV-B2 mit 0,4 L/hl verwendet werden.

Vorsichtsmaßnahmen bei der Ausbringung:

  • Kaliwasserglas und HF-Pilzvorsorge sollen nicht bei praller Mittagssonne und hohen Temperaturen ausgebracht werden! Um einen Beschlag der Fahrerkabine zu vermeiden, besteht die Möglichkeit diese mit Autowachs einzureiben!

  • Kaliwasserglas ist nicht mischbar mit Myco-Sin VIN, Backpulverpräparaten und Bt-Präparaten (Xentari WG)!

  • Backpulver ist nicht mischbar mit Kaliwasserglas, Myco-Sin VIN und Bt-Präparaten (Xentari WG)!

Auf der Internetseite des Weinbauinstitutes kann eine Mischungstabelle der ökologischen Mittel im Suchfeld aufgerufen und heruntergeladen werden!

vitimeteo oidium

  • Botrytis

Ab dem Stadium „Reifebeginn“ (ES 81) kann KALIWASSERGLAS zur vorbeugenden Botrytisbekämpfung in die Traubenzone appliziert werden. Die Epidermis von Blättern und Trauben verkieselt teilweise und ist abgehärtet gegen das Eindringen von Pilzen.

  • Anwendung: 3 – 4 L/ha mit mindestens 600 L/ha (0,5 L/hl) in die Traubenzone

Diese Anwendung sollte ab Reifebeginn 2-mal stattfinden! Kaliwasserglas ist nicht mischbar mit Mycosin-Vin, Backpulverpräparaten, Xentari und Frutogard!

  • Schwarzfäule

Lokal wurde Schwarzfäule-Befall an den Blättern festgestellt. Schwarzfäule-Funde in Ihren Anlagen bitte direkt an Daniel Molitor (dmolitor@lippmann.lu) vom CRP Gabriel Lippmann oder ans IVV melden!
Bekämpfung: Kupferpräparate (100 – 200 g/ha Rein-Cu) Befallene Blätter aus den Anlagen entfernen!

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Weitere Informationen

Bei weiteren Fragen, wenden Sie sich bitte an Herrn Robert Mannes Tel 23 612 226 ; robert.mannes@ivv.etat.lu (ökologischer Weinbau)

Mitgeteilt durch das Weinbauinstitut, Abteilung Weinbau.



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