Überblick
Die Hubschrauberspritzungen sind beendet. Um befallsfreie Weinberge bis zur Lese zu gewährleisten, sollte auf sämtlichen Parzellen wenigstens eine Abschlussbehandlung gegen Oïdium und Peronospora durchgeführt werden. Diese Behandlung kann in den frühen bis mittelfrühen Sorten in dieser Woche durchgeführt werden. Bei spätreifenden Sorten wie dem Riesling sowie in Anlagen mit Frost- und/oder Trockenschäden (spätere Entwicklung der Trauben) sollte die letzte Behandlung erst ab dem 1. August erfolgen. Injektordüsen zur Abschlussspritzung verwenden und jede Reihe behandeln. Wartezeiten (WZ) der Pflanzenschutzmittel unbedingt beachten! In Junganlagen ohne Ertrag (Pflanzjahr und erstes Standjahr) sollte der Rebschutz noch mindestens bis Mitte August gewährleistet werden. Lokal wurde Schwarzfäule-Befall an den Blättern festgestellt. Schwarzfäule-Funde in Ihren Anlagen bitte direkt an Daniel Molitor (dmolitor@lippmann.lu) vom CRP Gabriel Lippmann oder ans IVV melden!
Wichtiger Hinweis an die Mitglieder der Domaines de Vinsmoselle
Beachten Sie unbedingt die zusätzlichen Hinweise der Domaines de Vinsmoselle bezüglich der Abschlussspritzung.
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Weinbauliche Empfehlungen
Achtung Stiellähme
In Weinbergen mit starker Verrieselung ist ein Auftreten von Stiellähme möglich. In diesen Weinbergen sollten 1-2 Behandlung mit magnesiumhaltigem Blattdünger durchgeführt werden. Bei Weißweinsorten, keine bittersalzhaltigen Präparate ab Reifebeginn einsetzen sondern alternative Produkte, zum Beispiel Blattdünger auf Basis von Magnesiumnitrat.
Ausdünnung/Ernteregulierung
Eventuelle Ausdünnungsmaßnahmen im Rahmen von Qualitätsprojekten erst ab dem Weichwerden durchführen. Eine starke Ausdünnung bei kompakten Sorten fördert die Botrytis, daher vorzugsweise bei Weichwerden der Beeren leicht ausdünnen und bei der Lese selektiv vorgehen (2 Durchgänge).
Entblätterung
Auf stärkere Entblätterungsmaßnahmen sollte ab jetzt wegen Sonnenbrandgefahr und möglichen Mostgewichtsverlusten verzichtet werden. In noch nicht entblätterten Weinbergen, die Traubenzone leicht auslichten, damit die Beeren schneller abtrocknen können.
Herbizideinsatz
Glyphosat-Produkte (Round-Up): 5 L/ha. Konzentration von 2 L/hl (2%) nicht unterschreiten.
Basta: 4 L/ha mit min. 2 L/hl. Anwendung in Junganlagen (ab 1.Standjahr).
MCPA-Produkte: Zur Bekämpfung von zweikeimblättrigen Unkräutern.
Rebschutzmassnahmen
Um die Abdrift zu minimieren, sind grobtropfige und abdriftarme Düsen wie z. B. Injektor- oder Antidriftdüsen zu verwenden. Der Rebschutz sollte in jeder Gasse bei einem Wasseraufwand mit Sprühgeräten von maximal 800 L/ha erfolgen. Die notwendigen Konzentrationen für Schlauchspritzungen sind in kursiv angegeben.
Vorzugsweise Kontaktmittel zur Abschlussbehandlung einsetzen: DELAN (0,8 kg/ha; 50 g/hl; WZ: 42 Tage) oder FOLPAN (1,6 kg/ha, 100 g/hl; WZ: 35 Tage). Kupferpräparate (WZ: 42 Tage) mit mindestens 800g reinCU/ha anwenden: KOPERHYDROXIDE (1,6 kg/ha; 160 g/hl); NORDOX (1 kg/ha; 100 g/hl); CUPREX (1,6 kg/ha; 160 g/hl) oder KOCIDE OPTI (2,8 kg/ha; 200 g/hl). CUEVA mit 16 L/ha, 1 L/hl einsetzen.

Der Neuzuwachs muss vor Befall geschützt werden. Die Beeren bleiben bis Reifebeginn anfällig. In befallsfreien Anlagen können die preiswerteren Produkte aus der Wirkstofffamilie der Azole [Topaz (0,24 L/ha, 15 ml/hl; WZ: 35 Tage), Geyser (0,12 L/ha, 12 ml/hl; WZ: 30 Tage)] respektiv Backpulver („Steinhauers Mehltauschreck“; „Vitisan“) mit max. 1,5 kg/hl zur Anwendung kommen. Bei Befall hilft eine Behandlung mit KARATHANE 3D (600 g/ha; 37,5 g/hl; WZ 21Tage) im Intervall von 8-10 Tagen.

Bitte melden Sie uns stärkeren Sauerwurmbefall in Rak-Gebieten.
Insbesondere Junganlagen auf Befall kontrollieren. Diese sind wegen fehlender Raubmilben besonders anfällig. Bei Befall MASAI (0,4 kg/ha, 25 g/hl; WZ: 14 Tage), bei leichtem Befall APOLLO (0,48 L/ha, 30 ml/hl; WZ: 35 Tage) anwenden. Weitere Informationen: Raubmilben ansiedeln.
Bei einem Befall von über 2 Larven/Blatt in normal- sowie 4 Larven/Blatt in starkwüchsigen Anlagen wird der Einsatz von CASCADE (0,4 L/ha; 40 ml/hl) oder STEWARD (187,5 g/ha; 12,5 g/hl) empfohlen.
Zum Reifebeginn kann ein Spezialbotrytizid eingesetzt werden. Beim Einsatz von Botrytiziden maximal eine Wirkstofffamilie pro Vegetationsperiode benutzen.
SCALA/PYRUS (2 L/ha; 125 ml/hl), SWITCH (0,96 kg/ha; 60 g/hl), FRUPICA (1,2 kg/ha; 120 g/hl) : Insgesamt maximal 1 Anwendung pro Jahr. Entweder Scala oder Pyrus oder Switch oder Frupica!
TELDOR (1,5 kg/ha; 100 g/hl): Maximal eine Anwendung pro Jahr
CANTUS (1,2 kg/ha; 75 g/hl): Maximal eine Anwendung pro Jahr
In geringer Anzahl ist der Ohrwurm ein wichtiger Nützling im Weinbau. In einigen Anlagen wurde in den letzten Tagen aber ein sehr starker Ohrwurmbefall gemeldet. Der Ohrwurm frißt die kleinen Beeren derzeit nicht und wird als Nützling eingestuft. Ab Reifebeginn kann aber ein sehr starker Ohrwurmbefall Kotablagerungen am Traubengerüst verursachen. Zudem fressen die Ohrwürmer vorgeschädigte Beeren und können in Streßsituationen Abwehrsekret im Kot ausscheiden, die einen Fehlton im Wein erzeugen können. Die Ohrwürmer „wandern“ gerne im Bann, d.h. ein Befall in der eigenen Anlage kann sich einige Wochen später in der Nachbarsparzelle befinden. In der Pfalz wurde zudem festgestellt, dass der Befall von Jahr zu Jahr stark variiert.
- Vorbeugende Maßnahmen: Dauerbegrünungen fördern die Ohrwurmpopulationen, weil der Ohrwurm die Eier an den Wurzeln der Begrünung, hauptsächlich an tiefwurzelnden Pflanzen, wie dem Löwenzahn ablegt. Daher sollte in den betroffenen Weinbergen nächstes Jahr, in den dauerbegrünten Gassen eine Tiefengrubberung erfolgen, und die derzeit offene Gasse mit einer Begrünungsmischung eingesät werden.
- Direkte Maßnahmen: Bei starkem Befall (>50 Ohrwürmer/Stock) sollte bei der nächsten Behandlung mit Bodengeräten STEWARD (187,5 g/ha, 12,5 g/hl) angewendet werden.
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Weitere Informationen
Pflanzenschutzmittel sind in der Regel hochgiftig für Fische und Fischnährtiere; d.h. Reste von Pflanzenschutzmitteln und das bei der Spritzgerätereinigung anfallende Reinigungswasser nicht in die Kanalisation einleiten, sondern im Weinberg verspritzen.
Bei weiteren Fragen, wenden Sie sich bitte an Herrn Serge Fischer; Tel 23 612 218 ; serge.fischer@ivv.etat.lu.oder an Herrn Robert Mannes Tel 23 612 226 ; robert.mannes@ivv.etat.lu
Mitgeteilt durch das Weinbauinstitut, Abteilung Weinbau.
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