Le Gouvernement du Grand-Duché de Luxembourg Institut Viti-Vinicole du Gouvernement du Grand-Duché de Luxembourg
  Recherche
 x Erweiterte Suche
  Startseite | Links | Feedback | Kontakt Hilfe| Sitemap | Infos zur Site
      DruckenVersenden

> Startseite > Aktuelles > 2016 > November > Weinbauliche Hinweise im integrierten und ökologischen Weinbau für die Winterzeit

Weinbauliche Hinweise im integrierten und ökologischen Weinbau für die Winterzeit

One up

1.) Bodenerosion und Gewässerschutz

1.1 Was tun gegen Bodenerosion und Nährstoffauswaschung?

Weinberge sollten nach der Lese und über den ganzen Winter hinweg weder gepflügt noch gefräst werden. Auf diese Weise werden unnötige Mineralisationsschübe, Bodenerosion und Nährstoffauswaschungen verhindert. Dem Risiko der Nitrat- und Phosphatbelastung von Flüssen und Gewässer wird somit aktiv vorgebeugt. Besonders Phosphat verursacht hier ein vermehrtes Pflanzenwachstum, erhöht das Risiko von Artenverlust und das Umkippen von Stehgewässern.
Der momentan vorhandene Bewuchs der Rebgassen ist ein wertvoller Stickstofffänger und muss deshalb unbedingt erhalten bleiben. Eine Tiefenlockerung sollte ebenfalls in den Wintermonaten unterlassen werden und erst im nächsten Frühjahr durchgeführt werden.
Häufige Regenfälle und dauerhaft durchnässte Böden sorgen vor allem in offenen Gassen und bereits bei geringen Hangneigungen für das kontinuierliche Wegschwemmen von Erde und Gesteinen. Aber auch während der Vegetationsperiode kann es bei Starkgewittern in offen gelassenen Zeilen zum massiven Rutschen von Erdmassen kommen. Die Erosionsgefährdung ist besonders hoch in Weinbergen, die über Jahre hinweg offen gelassen wurden und in denen sich innerhalb der Fahrspur tiefe Rinnen gebildet haben. Bei heftigen Niederschlägen wandeln sich diese Rinnen schnell in Bäche um und spülen Erde und Gesteine hangabwärts. Aufgrund dieser Problematik sollten bei erosionsgefährdeten Standorten alle Rebzeilen begrünt bleiben.

Cross-Compliance Anforderungen:

  • Bodenbearbeitungen sind zwischen dem 1. Oktober und dem 1. März verboten, außer zur Einarbeitung von organischem Dünger oder im Falle einer Neuanpflanzung im Folgejahr. Lediglich eine Tiefenlockerung, welche die Begrünung nicht zerstört (z.B. Parapflug) ist erlaubt.
  • Die Ausbringung von mineralischem Stickstoffdünger ist während dem Zeitraum vom 15. Oktober bis zum 15. Februar verboten.

1.2 Info Begrünungsmischungen

Aufgrund der Auswaschungsverluste sollten in erosionsgefährdeten Standorten alle Rebzeilen begrünt bleiben. Der verursachte Mineralisations- und Stickstoffverlust kann leicht mit der Einsaat einer stickstoffliefernden Begrünungsmischung (z.B. Wolffsmischung oder Winterbegrünung) in die offenen Gassen kompensiert werden. Solche Begrünungseinsaaten sorgen für einen dauerhaften lockeren und vitalen Boden und Verdichtungen mit Folgen der Erosion werden vermieden. Chlorose als Symptom von verdichteten und kompakten Böden kann ebenfalls mit der Einsaat von tiefwurzelnden Begrünungspflanzen (Phacelia, Luzerne) behoben werden. Weitere Informationen zu geeigneten Begrünungseinsaaten folgen im nächsten Frühjahr!

1.3 Bodenpflege in Junganlagen

Besonders in Junganlagen wird durch die Rodung und wiederholte Bodenbearbeitung vor und nach der Pflanzung viel Stickstoff freigesetzt. Das Risiko der Auswaschung von Nitrat und die erhöhte Erosionsgefahr stellen demnach in Junganlagen ein erhöhtes Risiko dar. Junganlagen kommen generell im Pflanzjahr ohne zusätzliche Düngung gut aus.
Denken Sie im nächsten Frühjahr an eine Begrünungseinsaat in Ihre Junganlagen. Diese bringt einige Vorteile. Zum einen wird die Befahrbarkeit der Zeilen verbessert. Zum anderen wird der Oberboden vor Erosion geschützt. Da die Begrünungseinsaaten den Stickstoff fixieren und somit die Nitratgehalte reduzieren, werden Auswaschungsverluste ins Grundwasser minimiert.
Die freiliegenden Veredlungsstellen junger Reben können durch das Anhäufeln mit Erde vor starken Winterfrösten geschützt werden. Diese Maßnahme macht vor allem in Anlagen Sinn, wo die Holzausreife schlecht ist.


2.) Bodenanalysen und Düngung

Ab dem jetzigen Zeitpunkt eignet sich das Durchführen von Bodenproben zur Bestimmung des Nährstoff- und Humushaushaltes im Boden. Die Bodenproben können am Weinbauinstitut in Remich abgegeben werden. Dieses übernimmt bis Ende Februar 2017 den Transport der Proben zum Bodenuntersuchungslabor der ASTA in Ettelbrück. Anhand von Bodenanalysen hat der Winzer die Möglichkeit eine, für die Traubenqualität optimale, fachgerechte Düngung durchzuführen. Die Bodenanalyse ermöglicht die Ermittlung der Bodenart, des pH-Wertes und des Humusgehaltes, sowie der Vorräte an K, Mg, P.


Landschaftspflegeprämie Bestimmungen:

  • Im Rahmen des Landschaftspflegeprämieprogramms sind sämtliche förderungsfähige Flächen eines Betriebes regelmäßig, d.h. mindestens alle 5 Jahre auf Grundnährstoffe, mit Ausnahme des Stickstoffs, zu untersuchen. Bei einer neuen Teilnahme am Landschaftspflegeprogramm sind die Untersuchungen innerhalb von 3 Jahren durchzuführen. Die Untersuchung der oberen Bodenschicht (0-30 cm) ist eine Mindestanforderung für sämtliche Weinbergsparzellen die seit mehr als 3 Jahren vom Betrieb bewirtschaftet werden. Die Bodenanalyse der unteren Bodenschicht (30-60 cm) ist im neuen LPP-Programm fakultativ. Bitte benutzen Sie den speziell für den Weinbau vorgesehenen Fragebogen für Bodenanalysen.

  • Kompost und fester Mist kann im Herbst und Winter über auf weinbaulich genutzten Flächen ausgebracht werden.

  • Phosphor: Im Rahmen der neuen Landschaftspflegeprämie darf die Phosphordüngeempfehlung laut Untersuchungsbefund des Bodenlabors der ASTA im Falle einer mineralischen oder organisch-mineralischen Düngung nicht überschritten werden. Auf Weinbergsböden, die gemäß einer Analyse, einen Phosphorgehalt in der E-Klasse im Oberboden (über 30 mg P2O5/ 100 gr. Boden) aufweisen, darf weder eine mineralische noch eine kombinierte organisch-mineralische P2O5-Düngung stattfinden. Solange die Humusgehalte unter 3,44% (entspricht 2,0% Corg) liegen, kann aber in diesen Weinbergen noch eine rein organische Düngung landwirtschaftlicher oder pflanzlicher Herkunft erfolgen. Der Humusgehalt wird dabei folgendermaßen berechnet: Humusgehalt = %Corg x 1,72 (Corg = organischer Kohlenstoff gemäß Bodenanalyse).Der Nährstoffgehalt an P2O5 in den organischen Düngern ist bei der Berechnung der Phosphorzufuhr zu 100% zu berücksichtigen. Zu beachten ist auch, dass bei einer organischen Düngung nicht mehr als 170 kg Norg pro ha und Jahr ausgebracht werden dürfen. Zusätzlich sind die Grenzwerte der ausgewiesenen Wasserschutzzonen einzuhalten. In Weinbergen mit einem Humusgehalt über 3,44% und einem Phosphorgehalt über 30 mg P2O5/ 100 gr. Boden darf auch keine organische Düngung mehr erfolgen.

-> Ausführliche Informationen zur Durchführung der Bodenproben, sowie ein Download des Fragebogens für Bodenanalysen finden Sie auf der Homepage des IVV (http://www.ivv.public.lu) unter Startseite -> Bodenanalysen.Bei speziellen Fragen zu den Bodenanalysen können Sie sich ebenfalls an Frau Simone Marx vom Service de pédologie in Ettelbrück wenden: Tel.: 81 00 81 – 235 , E-Mail: simone.marx@asta.etat.lu

-> Wichtige Informationen zu Bodenbearbeitung und Düngung finden Sie in der “Informationsbroschüre Landschaftspflegeprämie – Weinbau“, erhältlich als Download auf der Homepage des IVV (http://www.ivv.public.lu) unter Startseite -> Finanzielle Beihilfen> Landschaftspflegeprämie 2016.

3.) Maßnahmen durch ESCA-Befall

Die Schäden durch die ESCA-Pilzkrankheit werden jedes Jahr zunehmender. Da noch keine direkte Bekämpfungsmöglichkeit besteht, können befallene Rebstöcke zurückgeschnitten werden und ein Neuaufbau aus einem Stammtrieb erfolgen. Die dafür vorgesehenen Stöcke sollten kurz nach der Lese mit einem Band markiert und dann im Winter am Stamm abgesägt werden. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, muss das befallene Holz komplett aus der Anlage entfernt werden und es sollte ebenfalls nicht in Weinbergsnähe gelagert werden.
Auch wenn es bei der ESCA-Krankheit noch keine direkte Bekämpfung gibt, so kann das Risikopotenzial durch einen angepassten Rebschnitt doch schon deutlich gemindert werden. Da der Pilzkomplex die Rebe vorwiegend über größere Schnittwunden besiedelt, sollten letztere beim Winterschnitt möglichst vermieden werden. Dasselbe gilt für Stammverletzungen durch Bodenbearbeitungsgeräte.

---------------------------------------------------

Bei weiteren Fragen, wenden Sie sich bitte an Herrn Robert Mannes; Tel 23 612 226; robert.mannes@ivv.etat.lu oder Frau Mareike Schultz; Tel: 23 612 220; mareike.schultz@ivv.etat.lu Mitgeteilt durch das Weinbauinstitut, Abteilung Weinbau, B.P. 50, L-5501 REMICH www.weinbauinstitut.lu; info@ivv.public.lu



Zum Anfang der Seite

Copyright ©2012 Institut Viti-Vinicole   Rechtlicher Hinweis | Kontakt