Le Gouvernement du Grand-Duché de Luxembourg Institut Viti-Vinicole du Gouvernement du Grand-Duché de Luxembourg
  Recherche
 x Erweiterte Suche
  Startseite | Links | Feedback | Kontakt Hilfe| Sitemap | Infos zur Site
      DruckenVersenden

> Startseite > Aktuelles > 2017 > Oktober > Weinbauliche Hinweise im integrierten und ökologischen Weinbau vom 23. Oktober 2017 für die Winterzeit

Weinbauliche Hinweise im integrierten und ökologischen Weinbau vom 23. Oktober 2017 für die Winterzeit

One up

1.) Bodenerosion und Gewässerschutz

1.1 Was tun gegen Bodenerosion und Nährstoffauswaschung?

Weinberge sollten nach der Lese und über den ganzen Winter hinweg weder gepflügt noch gefräst werden. Auf diese Weise werden unnötige Mineralisationsschübe, Bodenerosion und Nährstoffauswaschungen verhindert. Dem Risiko der Nitrat- und Phosphatbelastung von Flüssen und Gewässer wird somit aktiv vorgebeugt. Besonders Phosphat verursacht hier ein vermehrtes Pflanzenwachstum, erhöht das Risiko von Artenverlust und das Umkippen von Stehgewässern.
Der momentan vorhandene Bewuchs der Rebgassen ist ein wertvoller Stickstofffänger und muss deshalb unbedingt erhalten bleiben. Eine Tiefenlockerung sollte ebenfalls in den Wintermonaten unterlassen werden und erst im nächsten Frühjahr durchgeführt werden. Häufige Regenfälle und dauerhaft durchnässte Böden sorgen vor allem in offenen Gassen und bereits bei geringen Hangneigungen für das kontinuierliche Wegschwemmen von Erde und Gesteinen. Aber auch während der Vegetationsperiode kann es bei Starkgewittern in offen gelassenen Zeilen zum massiven Rutschen von Erdmassen kommen. Die Erosionsgefährdung ist besonders hoch in Weinbergen, die über Jahre hinweg offen gelassen wurden und in denen sich innerhalb der Fahrspur tiefe Rinnen gebildet haben. Bei heftigen Niederschlägen wandeln sich diese Rinnen schnell in Bäche um und spülen Erde und Gesteine hangabwärts. Aufgrund dieser Problematik sollten bei erosionsgefährdeten Standorten alle Rebzeilen begrünt bleiben.

Cross-Compliance Anforderungen:

  • Bodenbearbeitungen sind zwischen dem 1. Oktober und dem 1. März verboten, außer zur Einarbeitung von organischem Dünger oder im Falle einer Neuanpflanzung im Folgejahr. Lediglich eine Tiefenlockerung, welche die Begrünung nicht zerstört (z.B. Parapflug) ist erlaubt.

  • Die Ausbringung von mineralischem Stickstoffdünger ist während dem Zeitraum vom 15. Oktober bis zum 15. Februar verboten.

1.2 Info Begrünungsmischungen

Aufgrund der Auswaschungsverluste sollten in erosionsgefährdeten Standorten alle Rebzeilen begrünt bleiben. Der verursachte Mineralisations- und Stickstoffverlust kann leicht mit der Einsaat einer stickstoffliefernden Begrünungsmischung (z.B. Wolffsmischung oder Winterbegrünung) in die offenen Gassen kompensiert werden. Solche Begrünungseinsaaten sorgen für einen dauerhaften lockeren und vitalen Boden und Verdichtungen mit Folgen der Erosion werden vermieden. Chlorose als Symptom von verdichteten und kompakten Böden kann ebenfalls mit der Einsaat von tiefwurzelnden Begrünungspflanzen (Phacelia, Luzerne) behoben werden. Eingesäte Winterbegrünungen (z.B. Winterwicken und Winterroggen) sollen erst im kommenden Frühjahr (März oder April) gemulcht oder gewalzt werden, um eine angemessene Biomassenproduktion zu erlangen. Weitere Informationen zu geeigneten Begrünungseinsaaten folgen im nächsten Frühjahr!

1.3 Bodenpflege in Junganlagen

Besonders in Junganlagen wird durch die Rodung und wiederholte Bodenbearbeitung vor und nach der Pflanzung viel Stickstoff freigesetzt. Das Risiko der Auswaschung von Nitrat und die erhöhte Erosionsgefahr stellen demnach in Junganlagen ein erhöhtes Risiko dar. Junganlagen kommen generell im Pflanzjahr ohne zusätzliche Düngung gut aus.
Denken Sie im nächsten Frühjahr an eine Begrünungseinsaat in Ihre Junganlagen! Diese bringt einige Vorteile. Zum einen wird die Befahrbarkeit der Zeilen verbessert. Zum anderen wird der Oberboden vor Erosion geschützt. Da die Begrünungseinsaaten den Stickstoff fixieren und somit die Nitratgehalte reduzieren, werden Auswaschungsverluste ins Grundwasser minimiert.
Die freiliegenden Veredlungsstellen junger Reben können durch das Anhäufeln mit Erde vor starken Winterfrösten geschützt werden. Diese Maßnahme macht vor allem in Anlagen Sinn, wo die Holzausreife schlecht ist.


2.) Bodenanalysen und Düngung

Ab dem jetzigen Zeitpunkt eignet sich das Durchführen von Bodenproben zur Bestimmung des Nährstoff- und Humushaushaltes im Boden. Die Bodenproben können am Weinbauinstitut in Remich abgegeben werden. Dieses übernimmt bis Ende Februar 2018 den Transport der Proben zum Bodenuntersuchungslabor der ASTA in Ettelbrück. Die Bodenanalyse ermöglicht die Ermittlung der Bodenart, des pH-Wertes und des Humusgehaltes, sowie der Vorräte an K, Mg, P.


Landschaftspflegeprämie Bestimmungen:

  • Im Rahmen des Landschaftspflegeprämieprogramms sind sämtliche förderungsfähige Flächen eines Betriebes regelmäßig, d.h. mindestens alle 5 Jahre auf Grundnährstoffe, mit Ausnahme des Stickstoffs, zu untersuchen. Bei einer neuen Teilnahme am Landschaftspflegeprogramm sind die Untersuchungen innerhalb von 3 Jahren durchzuführen. Die Untersuchung der oberen Bodenschicht (0-30 cm) ist eine Mindestanforderung für sämtliche Weinbergsparzellen die seit mehr als 3 Jahren vom Betrieb bewirtschaftet werden. Die Bodenanalyse der unteren Bodenschicht (30-60 cm) ist im neuen LPP-Programm fakultativ. Bitte benutzen Sie den speziell für den Weinbau vorgesehenen Fragebogen für Bodenanalysen.
  • Bei der Ausbringung organischer Dünger nicht landwirtschaftlichen Ursprungs (z.B. Grünschnittkompost) bedarf es im Weinbau keiner Genehmigung durch die Ackerbauverwaltung ASTA. Wir empfehlen trotzdem von der Beratung seitens der ASTA Gebrauch zu machen.
  • Kompost und fester Mist kann im Herbst und Winter über auf weinbaulich genutzten Flächen ausgebracht werden
  • Stickstoff-Rechner: An der Landschaftspflegeprämie teilnehmende Winzer müssen jedes Jahr für jede Parzelle die notwendige Höhe der Stickstoffdüngung mit Hilfe eines dafür vorgesehenen Online-Stickstoff-Rechners (Download als Excel unter Beratung > Weinbau > Düngung und Bodenpflege > Düngung im Rahmen der Landschaftspflegeprämie) ermitteln. Variierende Faktoren wie Traubenertrag, Wuchskraft, Humusgehalt und Bewirtschaftung lassen sich hier durch Klicken auswählen. Die anhand dieser Berechnung festgestellte Menge darf bei der Düngung nicht überschritten werden!
  • Phosphor: Im Rahmen der Landschaftspflegeprämie darf die Phosphordüngeempfehlung laut Untersuchungsbefund des Bodenlabors der ASTA im Falle einer mineralischen oder organisch-mineralischen Düngung nicht überschritten werden. Auf Weinbergsböden, die gemäß einer Analyse, einen Phosphorgehalt in der E-Klasse im Oberboden (über 30 mg P2O5/ 100 gr. Boden) aufweisen, darf weder eine mineralische noch eine kombinierte organisch-mineralische P2O5-Düngung stattfinden. Solange die Humusgehalte unter 3,44% (Humusgehalt = %Corg x 1,72) liegen, kann aber in diesen Weinbergen noch eine rein organische Düngung landwirtschaftlicher oder pflanzlicher Herkunft erfolgen, vorausgesetzt der Grenzwert von 170 kg Norg pro ha und Jahr sowie die Grenzwerte der ausgewiesenen Wasserschutzzonen werden nicht überschritten. In Weinbergen mit einem Humusgehalt über 3,44% und einem Phosphorgehalt über 30 mg P2O5/ 100 gr. Boden darf auch keine organische Düngung mehr erfolgen.

Ausführliche Informationen zur Durchführung der Bodenproben, sowie ein Download des Fragebogens für Bodenanalysen finden Sie auf der Homepage des IVV (http://www.ivv.public.lu) unter Startseite -> Bodenanalysen. Bei speziellen Fragen zu den Bodenanalysen können Sie sich ebenfalls an Frau Simone Marx vom Service de pédologie in Ettelbrück wenden: Tel.: 81 00 81 – 235 , E-Mail: simone.marx@asta.etat.lu

Wichtige Informationen zu Bodenbearbeitung und Düngung finden Sie in der “Informationsbroschüre Landschaftspflegeprämie – Weinbau“, erhältlich als Download auf der Homepage des IVV (http://www.ivv.public.lu) unter Startseite > Finanzielle Beihilfen -> Landschaftspflegeprämie.

3.) Sammelaktion Rebschenkel, Weinbergspfähle und Grünschnitt

Interessenten, die nach der Rodung eines Weinberges über größere Mengen an Rebschenkel verfügen, sollen diese am Weg ablegen. Bitte vergewissern Sie sich, dass die Schenkel an einer Stelle deponiert werden, die für einen großen Schlepper mit Anhänger leicht zugänglich ist. Anschließend melden Sie die abgelegte Menge und den Anfallort bei der nationalen Koordinationsstelle, dem Maschinen- und Betriebshilfsring (MBR) Lëtzebuerg / Servert S.à r.l. und füllen das entsprechende Formular aus. Die Grünabfälle werden anschließend von den Sammelbeauftragten des MBR vor Ort eingesammelt und an die regional vorgesehenen Zwischenlager gebracht. Im Weinbau werden Rebschenkel aus phytosanitären Gründen nicht vor Ort gehäckselt.
Bei der Rodung von Weinbergen entfallen neben den Schenkeln meistens auch Pfähle. Weinbergspfähle sind in der Regel mit Chromsalzen, Kupfer oder Teer imprägniert und können daher nicht wie normaler Grünschnitt behandelt werden. Aus diesem Grund sind nach der Rodung einer Anlage die Pfähle gesondert am Weg abzulegen. Die Pfähle werden separat vom Grünschnitt von einem Sammelbeauftragten des MBR vor Ort eingesammelt. Bitte vermerken Sie in dem Fall auf Ihrem Meldeformular, dass neben den Schenkeln auch Pfähle einzusammeln sind. Achtung: Sämtliche Nägel müssen aus den Holzpfählen entfernt werden!!
Mit Maschinen schwer zugängliche bzw. nicht zugängliche Stellen sind mittels Formular dem MBR mitzuteilen. In Ausnahmesituationen im Wein- und Obstbau, in denen die topographische Lage oder die Art und Weise wie der Weinberg angelegt ist, es nicht mit normalen Mitteln möglich ist, den Rebenschnitt, Schenkel oder Pfähle an einen zentralen Punkt zur Abholung zu bringen, kann der MBR sich der Mitarbeit von Sozial-Gesellschaften bedienen, die bei dem manuellen Zusammentragen dieser Materialien behilflich sind.
Diese Ausnahmesituation ist dem MBR zu melden und ein entsprechendes Formular ist auszufüllen.
Die Benutzung dieser Dienste ist kostenlos für die Winzer!

Den MBR Lëtzebuerg / Servert s.à.r.l. erreichen Sie unter der Telefonnummer: 85 94 74 – 1 (Montag bis Freitag von 08h00 bis 12h00 und von 13h00 bis 17h00)

Alle Formulare können unter der Internet- und Facebookseite des MBR Lëtzebuerg/ Servert s.à.r.l. (http://www.mbr.lu/servert-sa-rl) heruntergeladen warden.


4.) Phytofar-Einsammlung von Pflanzenschutzmittelverpackungen

Termine:

Die Aktion von Phytofar-Recover richtet sich an alle professionellen Benutzer von Pflanzenschutzmitteln für den landbaulichen Gebrauch. In diesem Jahr können auch nicht mehr anwendbare oder nicht mehr zugelassene Pflanzenschutzmittel abgegeben werden.


Die diesjährige Phytofar Sammlung an der Mosel findet am Dienstag, dem 7. November 2017:

    • von 9:00 bis 11:30 in Schwebsingen vor der Festhalle 15, rue du Port und

    • von 13:00 bis 15:30 in Wormeldange-Haut, Centre de Recyclage "op Tomm" statt.

Einen Link zu weiteren Terminen und nützliche Informationen finden Sie auf der Startseite der IVV-Hompage unter “AgriRecover – Entsorgung der Behälter für Pflanzenschutzmittel“.

Wir empfehlen Ihnen sich auf der Homepage von AgriRecover zu registrieren.

Verpackungen richtig sortieren: Die leeren Verpackungen müssen in Säcken von PhytofarRecover oder AgriRecover abgegeben werden. Die Verpackungen sind im Vorfeld zu sortieren und gegebenenfalls zu spülen. Wenn Sie richtig sortiert haben, können Sie die Fraktionen auf der Sammelstelle kostenlos abgeben. Wenn das nicht der Fall ist, ist AgriRecover verpflichtet, Ihnen die Kosten dafür zu berechnen.

Was tun mit nicht mehr zugelassenen Pflanzenschutzmittel?
Diese Pflanzenschutzmittel dürfen nicht mehr verwendet werde. Alle 2 Jahre - jeweils in den ungeraden Jahreszahlen - können solche Produkte über die Sammelstellen von Agrirecover entsorgt warden.

Weitere Hinweise: Alle Pflanzenschutzmittelbehälter, sowie nicht mehr anwendbare und nicht mehr zugelassene Pflanzenschutzmittel müssen mindestens einmal im Jahr an einer zertifizierten Sammelstelle entsorgt werden. Nach jeder korrekten Entsorgung erhält der Anwender ein Zertifikat, welches auf dem Betrieb aufbewahrt und bei einer etwaigen Vor-Ort Kontrolle vorgewiesen werden muss. Falls die oben genannten Mittel und Behälter noch nicht entsorgt wurden, müssen diese umweltgerecht sowie ohne Gefahr für Mensch und Tier auf dem Betrieb gelagert werden.

---------------------------------------------------

Bei weiteren Fragen, wenden Sie sich bitte an Herrn Robert Mannes; Tel 23 612 226; robert.mannes@ivv.etat.lu oder Frau Mareike Schultz; Tel: 23 612 220; mareike.schultz@ivv.etat.lu Mitgeteilt durch das Weinbauinstitut, Abteilung Weinbau, B.P. 50, L-5501 REMICH www.weinbauinstitut.lu; info@ivv.public.lu



Zum Anfang der Seite

Copyright ©2012 Institut Viti-Vinicole   Rechtlicher Hinweis | Kontakt