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Rebschutzhinweis N°01/2017 vom 3. April 2017 für den integrierten und ökologischen Weinbau

One up

Aktueller Stand der Weinberge:

Der Monat März überraschte uns mit ungewöhnlich warmen Temperaturen und vergleichsweise wenig Niederschlag. Besonders zum Ende des Monates hin sorgten Temperaturen oberhalb der 20°C Marke für ein rasches Frühlingserwachen. Das Stadium Knospenschwellen ist erreicht und in warmen Standorten befinden sich die Knospen schon in der Wolle. Mit den warmen Temperaturen beginnen auch die Knospenschädlinge aktiv zu werden. In etlichen Lagen wurde der Rhombenspanner schon gesichtet, deshalb Weinberge regelmäßig auf Fraßschäden kontrollieren!

Online-Informationsdienste:

Wichtige Links:

Zugelassene Pflanzenschutzmittel für den integrierten Weinbau 2017

Zugelassene Pflanzenschutzmittel für den ökologischen Weinbau 2017

Zugelassene Pflanzenschutzmittel in der Landschaftspflegeprämie 2017

Link ASTA: Zugelassene Pflanzenschutzmittel mit allen Indikationen Integrierter Weinbau

Link ASTA: Zugelassene Pflanzenschutzmittel mit allen Indikationen Ökologischer Weinbau

I.) ISONET LE Pheromone

Die Isonet Dispenser sollten jetzt aufgehängt werden! Anwendung: 500 Dispenser pro Hektar + 10% Randbehandlung = 550 Dispenser pro Hektar. Eine Anleitung zum Aufhängen finden Sie auf der IVV-Homepage unter Beratung > Weinbau > Integrierter Rebschutz > Konfusionsverfahren gegen den Traubenwickler

II.) WEINBAULICHE HINWEISE

Die begrünten Fahrreihen können mit einem Tiefenlockerer unterfahren werden. Dadurch wird das Wurzelwerk der Pflanzen aufgebrochen und der Boden belüftet. Der trockene Boden eignet sich zum jetzigen Zeitpunkt gut für eine mechanische Unterstockbearbeitung.
Unterstockbegrünung Carmena Niederwuchs Delinat IV: Es handelt sich um eine mehrjährige, niedrig wachsende Kleemischung für den Unterstockbereich. Saatstärke: 1,5 g/m2 als oberflächige Saat (max. 1 cm). Bei Bedarf PROTVIGNE kontaktieren, Tel. 75 92 90.

III.) REBSCHUTZ

  • Informationen Pflanzenschutz integrierter und ökologischer Weinbau Saison 2017 auf IVV-Homepage unter Beratung > Weinbau

  • Liste zugelassene PSM im Rahmen der Landschaftspflegeprämie für 2017 auf IVV-Homepage unter Beratung > Weinbau > Integrierter Rebschutz

1.) Rote Spinne

Bei mehr als durchschnittlich 30 Wintereiern pro Knoten wird ein Mineralöl (z. B. Para-Sommer mit 4,0 L/ha) zwischen dem Knospenschwellen und dem Entfalten des ersten Blattes empfohlen. Mindesttemperaturen bei der Ausbringung von 12 – 15°C. Die beste Bekämpfung bleibt immer noch eine nützlingsschonende Bewirtschaftung! Bei Erscheinen des ersten Grüns wegen Verbrennungsgefahr keine Mineralöle mehr einsetzen!

Ökologischer Weinbau: idem


2.) Kräuselmilben und Pockenmilben

Mit den ersten frühlingshaften Temperaturen werden die Milben ebenfalls aktiv und beginnen auf die Reben zu wandern. In Anlagen mit Vorjahresbefall sowie in Junganlagen, in denen die Raubmilben als natürliche Gegenspieler der Schadmilben noch fehlen, sollte man eine Behandlung in Betracht ziehen. In den betroffenen Weinbergen muss eine frühe Behandlung im Zeitraum Knospenschwellen bis Wollestadium mit einem genehmigten Netzschwefelpräparat (z. B. Microthiol Special Disperss) erfolgen. Die Kombination mit dem zugelassenen Mineralöl Para-Sommer lässt einen guten Erfolg gegen die Kräusel- und Pockenmilben erwarten. Mindesttemperaturen von 12 – 15 °C sind für eine gute Wirkung der Mineralöle erforderlich. Bei Erscheinen des ersten Grüns darf wegen Verbrennungsgefahr kein Öl mehr zugesetzt werden! Die beste Bekämpfung bleibt jedoch immer noch eine nützlingsschonende Bewirtschaftung!

Anwendung: Netzschwefel 3,6 kg/ha (Konzentration max. 1,0%) in Kombination mit Para-Sommer: max. 4,0 L/ha und 1-mal/Jahr (max. Konz. 1,0%)

Ökologischer Weinbau: idem

3.) Austriebsschädlinge

SPRINGWURM

Biologie
-Larven verlassen im Frühjahr die Winterverstecke (Borke)
-grüngelblich mit schwarzer Kopfkapsel, werden bis 30 mm lang

Schadbild
Knospe wird vollständig ausgehölt.
Schadschwelle Frühjahr: etwa 5 Larven/Rebstock

Bekämpfung
• zwischen 3- und 5-Blattstadium mit zugelassenem Insektizid (z.B. 50 gr/ha Steward) Nicht später da ungenügende Wirkung!
• Der gesamte Rebstamm muss behandelt werden!
• Bei starkem Befall 2-malige Applikation, da lange Auswanderungsperiode.

springwurmraupe_
Quelle: Internet : F. Polesny, BFL Wien

RHOMBENSPANNER

Biologie
-Larven verlassen im Frühjahr die Winterverstecke (Rebstamm, Begrünung)
-20-50 mm, grau-braun
-nachtaktiv, tagsüber in Ruhestellung

Schadbild
Knospe mehr von der Seite ausgehölt
Schadschwelle Frühjahr: 5-10% ausgefressene Knospen, Vorjahresbefall

Bekämpfung
-Einsammeln der Raupen
-Bekämpfung mit zugelassenem Insektizid (z.B. 50 gr/haSteward) zwischen Austrieb – 5-Blattstadium
-Der gesamte Rebstamm muss behandelt werden!
-Bei starkem Befall 2-malige Applikation, da die Winterverstecke nicht alle auf einmal verlassen werden.

rhombenspanner_klein
Quelle: Internet: blog.weinbau24.de

rhombenspannerschaden_klein
Quelle: www.hortipendium.de

DICKMAULRÜSSLER

Biologie
-Larven überwintern im Boden, verpuppen sich im Frühjahr
-10 mm gross und braun-schwarz
-Käfer sind flugunfähig und nachtaktiv, d.h. tagsüber am Boden versteckt

Schadbild
Knospe mehr längsseits ausgehölt

Bekämpfung
-kein zugelassenes Insektizid!
-Einsammeln der Käfer bei Nacht
-Natürliche Feinde wie Spinnen, Laufkäfer fördern
-Ausbringung Leimringe
-Insektenpathogene Nematoden einsetzen

Dickmaulrüssler_klein
Quelle: www.gartenwelt.de

ERDRAUPEN

Biologie
-Überwinterung im Larvenstadium im Boden.
-30-50 mm, Erdfarbe und leicht glänzend
-Larven fressen vor der Verpuppung im Frühjahr an Begrünungspflanzen, wandern bei Nahrungsmangel an die Reben!
-nachtaktiv, tagsüber unter Borke oder in Erdhöhlen

Schadbild
Knospe becherartig von oben ausgefressen
Bekämpfung
-Kein zugelassenes Insektizid
-Einsammeln der Raupen bei Nacht
-für kräuterreichen Unterwuchs beim Austrieb sorgen
-Befallsverdächtige Weinberge ab BBCH 03 (Knospenschwellen) regelmäßig kontrollieren

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Quelle: www.proplanta.de

Zu beachten vor Insektizidanwendung:

  • Nur bei Überschreiten der Schadschwellen und bei Vorjahresbefall eine Behandlung in Betracht ziehen! Bei längerer Auswanderungsperiode sind oftmals 2 Behandlungen notwendig.

  • Ausbringung wenn möglich nur an warmen Tagen, da wesentlich bessere Wirkung.

  • Ruten, Stammkopf und Schenkel müssen tropfnass gespritzt warden.

IV.) HERBIZIDE

GLYPHOSATE (Roundup,…): Die auf dem Etikett angegebene maximale Aufwandmenge* muss eingehalten werden. Eine Mindestkonzentration von 2,0% sollte durch entsprechende Dosierung der Wassermenge gewährleistet sein. Glyphosate können erst ab dem 4. Standjahr eingesetzt werden. Stockaustriebe (wenn nicht mehr im Wollestadium) müssen vorher entfernt worden sein.
GLUFOSINATE (Basta,...): Die auf dem Etikett angegebene maximale Aufwandmenge* muss eingehalten werden. Eine Mindestkonzentration von 2,0% sollte durch entsprechende Dosierung der Wassermenge gewährleistet sein. Anwendung in Junganlagen ab 1. Standjahr möglich.
*bezieht sich auf die effektiv zu behandelnde Fläche, d.h. bei 40 cm Streifenbehandlung und 2m Zeilenbreite beträgt die Behandlungsfläche nur 20%, d.h. es werden auch nur 20% der angegebenen Herbizidmenge auf 1 Hektar Rebfläche benötigt.
Sämtliche Aufwandmengen der zugelassenen Herbizide können auf der ASTA-Homepage eingesehen werden: Link

Zur Abdriftreduzierung empfiehlt das Weinbauinstitut folgende Düsen:

  • OC-Düsen (asymmetrische Flachstrahldüsen mit 90° Spritzwinkel, Druckbereich: 1,5 – 5 bar)

  • Injektor Hohlkegeldüsen (extrem grobtropfig): müssen leicht schräg in einem Winkel von 15 – 20° zur Zeile hin eingestellt werden. Diese Düsen benötigen einen Druck von 4 – 5 bar (nicht für Elektropumpen geeignet). Geeignete Düsentypen: z.B. Albuz TVI, Lechler ITR

- Eine Anwendung von Herbiziden auf befestigten Flächen sowie auf unbefestigten Graswegen oder an Weinbergsrändern ist zu unterlassen!
- MCPA Herbizide (z.B. Ceridor MCPA, U 46 M 750) haben keine Zulassung für den Weinbau mehr.
- Landschaftspflegeprämie: Die Anwendung von Vorauflaufherbiziden (z.B. Katana) ist verboten.

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Weitere Informationen

Pflanzenschutzmittel sind in der Regel hochgiftig für Fische und Fischnährtiere; d.h. Reste von Pflanzenschutzmitteln und das bei der Spritzgerätereinigung anfallende Reinigungswasser nicht in die Kanalisation einleiten, sondern im Weinberg verspritzen.

Bei weiteren Fragen, wenden Sie sich bitte an Herrn Serge Fischer; Tel 23 612 218 ; serge.fischer@ivv.etat.lu oder Herrn Robert Mannes; Tel 23 612 226 ; robert.mannes@ivv.etat.lu oder Frau Mareike Schultz; Tel: 23 612 220; mareike.schultz@ivv.etat.lu

Mitgeteilt durch das Weinbauinstitut, Abteilung Weinbau.



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