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Rebschutzhinweis N°02/2017 vom 2. Mai 2017 für den integrierten und ökologischen Weinbau

One up

Aktueller Stand der Weinberge:

In den letzten Wochen kam es durch die kühlen Temperaturen lagenweise zu erheblichen Schäden durch Frost. Außerdem wurde die Rebentwicklung stark ausgebremst und der Entwicklungsstand der Reben ist momentan sehr unterschiedlich. Mit dem Rebschutz sollte, abgesehen von Problemlagen, ab dem 5-Blattstadium begonnen werden.Für die kommenden Tage sind weiterhin kühle Temperaturen vorhergesagt, da die Gefahr von Spätfrost bis zu den Eisheiligen besteht sollten Begrünungen kurz gehalten warden.

Online-Informationsdienste:

Wichtige Links:

Zugelassene Pflanzenschutzmittel für den integrierten Weinbau 2017

Zugelassene Pflanzenschutzmittel für den ökologischen Weinbau 2017

Zugelassene Pflanzenschutzmittel in der Landschaftspflegeprämie 2017

Link ASTA: Zugelassene Pflanzenschutzmittel mit allen Indikationen Integrierter Weinbau

Link ASTA: Zugelassene Pflanzenschutzmittel mit allen Indikationen Ökologischer Weinbau

I.) Traubenwicklerflug

Die Lokalbeobachter sind gebeten die Pheromonfallen während der Flugzeit im Mai wöchentlich zu kontrollieren und dem Weinbauinstitut Mottenfang bzw. besondere Geschehnisse mittzuteilen.

II.) WEINBAULICHE HINWEISE

Spätfrostgefahr besteht bis Mitte Mai, hochgewachsene Begrünungen sollten in gefährdeten Frostlagen präventiv gemulcht oder gewalzt werden. Bei Spätfrostmeldung sollten hier tiefere Bodenbearbeitungen ebenfalls unterlassen werden.
Unterstockbegrünung Carmena Niederwuchs Delinat IV: Es handelt sich um eine mehrjährige, niedrig wachsende Kleemischung für den Unterstockbereich. Saatstärke: 1,5 g/m2 als oberflächige Saat (max. 1 cm). Bei Bedarf PROTVIGNE kontaktieren, Tel. 75 92 90.

III.) REBSCHUTZ

Sämtliche Informationen über den Pflanzenschutz für die Saison 2017 können auf der Homepage des IVV unter Beratung > Weinbau > Integrierter Weinbau resp. > Ökologischer Weinbau nachgelesen werden.
Wasseraufwand mit Bodengeräten: 200 – 300 L/ha (max. 400 L/ha), dabei sollte mit reduzierter Luftmenge und abdriftarmen Injektordüsen gearbeitet werden. Angaben für Schlauchspritzungen sind in kursiv angegeben.

1.) Kräuselmilben und Pockenmilben

Bei Befall Netzschwefel (3,6 – 4,0 kg/ha, 1,0 kg/hl) applizieren. Die Behandlung sollte wenn möglich bei warmen Temperaturen (mind. 15°C) erfolgen, da die Milben dann nach oben wandern. Der Stammkopf sollte ebenfalls mitbenetzt werden.

Ökologischer Weinbau: idem


2.) Roter Brenner (Saang)

In Gemarkungen mit Vorjahresbefall sind ab dem 3 – 4 Blattstadium und vor bevorstehenden Niederschlägen Produkte mit Wirkung gegen Roten Brenner einzusetzen. Eine gute Wirkung haben DELAN 70 WG (300 g/ha, 70 g/hl); FOLPAN 80 WG (400 g/ha; 100 g/hl); POLYRAM WG (800g /ha; 200g/hl) ; PENNCOZEB (800 g/ha; 200g/hl) und FLINT (60 g/ha ; 15 g/hl).

Ökologischer Weinbau: 100 – 200 g/ha Rein-Cu in Kombination mit 3,6 – 4,0 kg/ha (max. 1,0 kg/hl) Netzschwefel


3.) Schwarzfleckenkrankheit (Phomopsis)

Bei auftretenden Symptomen (schwarze Punkte auf hellem einjährigen Holz schiffchenförmige Aufreißungen), sollte eine Bekämpfung vor zu erwartenden Niederschlägen durchgeführt werden. Der wichtigste Behandlungszeitraum ist in betroffenen Anlagen von Beginn des Knospenaufbruchs bis zum 5-Blatt-Stadium, da der ungeschützte Triebanteil in der Austriebsphase binnen kürzester Zeit stark zunimmt. Folgende Produkte vor Niederschlägen einsetzen: DELAN 70 WG (300 g/ha, 70 g/hl); FOLPAN 80 WG (400 g/ha; 100 g/hl); POLYRAM WG (800g /ha; 200g/hl) ; PENNCOZEB (800 g/ha; 200g/hl) ; CANDIT (60 g/ha ; 15 g/hl) ; FLINT (60 g/ha ; 15 g/hl).

Ökologischer Weinbau: 3,6 – 4,0 kg/ha (max. 1,0 kg/hl) Netzschwefel

4.) Peronospora

Wir empfehlen ab dem 3- bis 5-Blattstadium mit dem Rebschutz gegen Peronospora anzufangen. Das Prognosesystem VITIMETEO ermöglicht den richtigen Bekämpfungszeitpunkt zu bestimmen. Zu Bekämpfungsbeginn reicht der Einsatz von Kontaktmitteln aus: DELAN 70 WG (300 g/ha; 70 g/hl); FOLPAN 80 WG (400 g/ha; 100 g/hl); PENNCOZEB (800 g/ha; 200 g/hl) oder POLYRAM (800 g/ha; 200 g/hl).

Ökologischer Weinbau: 80 – 150 g/ha Rein-Kupfer oder 3,0 kg/ha (0,5 kg/hl) MYCOSIN-VIN (nicht mischbar mit Kupfer und KUMULUS)


http://www.dlr-rnh.rlp.de/dienststellen/oppenheim/html/am/vitimeteo_rlp/REM_weathergraph.png

5.) Oïdium

Weinberge mit Oïdiumbefall im Vorjahr und Anlagen neben Weinbergsdrieschen sollten bereits ab dem 3-Blattstadium mit Netzschwefel (3,6 – 4,0 kg/ha; 600 g/hl) behandelt werden. In befallsfreien Lagen reicht ein späterer Spritztermin ab dem 5-Blattstadium aus.
Wichtig: Oïdiumanlagen auf Zeigertriebe mit grau-weißem Belag kontrollieren!

Ökologischer Weinbau: idem

http://www.dlr-rnh.rlp.de/dienststellen/oppenheim/html/am/vitimeteo_oidium_rlp/REM_oidium.png

IV.) HERBIZIDE

Hinweise zur Reduzierung von Herbiziden

Wir empfehlen, dort wo es technisch möglich ist, die Beikrautregulierung vorzugsweise mechanisch oder mit einer speziellen Unterstockbegrünung durchzuführen. Entsprechende finanzielle Beihilfen können im Rahmen der Landschaftspflegeprämie beantragt werden. Blattherbizide wie Glyphosat sollten nicht zu früh angewendet werden, sondern erst wenn das zu bekämpfende Beikraut genügend aufnahmefähige Blattmasse gebildet hat. Je aktiver die Pflanzen wachsen, umso schneller wird der Wirkstoff in der Pflanze verteilt. Zur Behandlung des Unterstockbereiches reichen in der Regel 15-20% der angegebenen Aufwandmenge/ha aus, die sich auf eine Ganzflächenbehandlung bezieht. Die eingesetzte Mittelmenge ist an die Streifenbehandlung anzupassen.
Sämtliche Aufwandmengen der zugelassenen Herbizide können auf der ASTA-Homepage eingesehen werden: Link

Zur Abdriftreduzierung empfiehlt das Weinbauinstitut folgende Düsen:

  • OC-Düsen (asymmetrische Flachstrahldüsen mit 90° Spritzwinkel, Druckbereich: 1,5 – 5 bar)

  • Injektor Hohlkegeldüsen (extrem grobtropfig): müssen leicht schräg in einem Winkel von 15 – 20° zur Zeile hin eingestellt werden. Diese Düsen benötigen einen Druck von 4 – 5 bar (nicht für Elektropumpen geeignet). Geeignete Düsentypen: z.B. Albuz TVI, Lechler ITR

- Eine Anwendung von Herbiziden auf befestigten Flächen sowie auf unbefestigten Graswegen oder an Weinbergsrändern ist zu unterlassen!
- MCPA Herbizide (z.B. Ceridor MCPA, U 46 M 750) haben keine Zulassung für den Weinbau mehr.
- Landschaftspflegeprämie: Die Anwendung von Vorauflaufherbiziden (z.B. Katana) ist verboten.


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Wasserschutz: Reste von Pflanzenschutzmitteln und das bei der Spritzgerätereinigung anfallende Reinigungswasser nicht in die Kanalisation einleiten, sondern im Weinberg verspritzen.

Bei Vergiftung oder Verschlucken: Bitte sofort die Belgische Antivergiftungs-Zentrale unter der kostenlosen Nummer (+352) 8002 – 5500 kontaktieren. Im Falle einer Vergiftung durch Pflanzenschutzmittel oder ähnlichen chemischen Substanzen können die Ärzte der Zentrale Hinweise für Erste Hilfe geben, sowie die Notwendigkeit eines medizinischen Eingriffs ermitteln. Homepage: http://www.centreantipoisons.be



Bei weiteren Fragen, wenden Sie sich bitte an Herrn Serge Fischer; Tel 23 612 218 ; serge.fischer@ivv.etat.lu oder Herrn Robert Mannes; Tel 23 612 226 ; robert.mannes@ivv.etat.lu oder Frau Mareike Schultz; Tel: 23 612 220; mareike.schultz@ivv.etat.lu

Mitgeteilt durch das Weinbauinstitut, Abteilung Weinbau.



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