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Rebschutzhinweis N°04/2017 vom 1. Juni 2017 für den integrierten und ökologischen Weinbau

One up

Aktueller Stand der Weinberge:

Nach der großen Hitze der vergangenen Tage, mit lokalem Starkregen, der auch Hagel brachte, sinken die Temperaturen zwar geringfügig aber es bleibt weiterhin unbeständig. Es werden gelegentliche Schauer und für Samstag Gewitter vorhergesagt. Die Rebentwicklung ist rasch vorangeschritten und in den meisten Lagen sind inzwischen 10 Blätter entwickelt. Nach Gewitter mit Starkregen kann es lokal zu Peronosporainfektionen kommen. Die Witterung ist auch ideal für Oïdiuminfektionen, es sollten Pflanzenschutzmittel mit einziehender Wirkung verwendet werden. Achten Sie unbedingt auf Zeigertriebe! Ölflecke wurden bislang nicht gemeldet. Befall durch Oïdium oder Peronospora bitte beim IVV melden!

Online-Informationsdienste:

Wichtige Links:

Persönliche Schutzausrüstung (PSA) beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln (PDF)

Zugelassene Pflanzenschutzmittel für den integrierten Weinbau 2017

Zugelassene Pflanzenschutzmittel für den ökologischen Weinbau 2017

Zugelassene Pflanzenschutzmittel in der Landschaftspflegeprämie 2017

Link ASTA: Zugelassene Pflanzenschutzmittel mit allen Indikationen Integrierter Weinbau

Link ASTA: Zugelassene Pflanzenschutzmittel mit allen Indikationen Ökologischer Weinbau

I.) WEINBAULICHE HINWEISE

Hagel: Lokal ist es zu Beginn der Woche zu starken Niederschlägen mit Hagel gekommen. In geschädigten Anlagen sollten die angeschlagenen Rebteile entfernt werden, um Pilzbefall zu vermeiden. Um den Spritzbelag zu erneuern, sollte eine Zwischenbehandlung vor den gemeldeten Niederschlägen am Wochenende durchgeführt werden.

Heften: Mit den Heftarbeiten sollte nun in allen Anlagen begonnen werden, um Windbruch vorzubeugen und für eine gut durchlüftete Laubwand zu sorgen.

Schwarzholzkrankheit: Der Erreger der Schwarzholzkrankheit wird durch die Winden-Glasflügelzikade übertragen. Wirtspflanze der Zikade ist die Brennnessel. Während der Flugzeit der Zikade von Juni-August sollten Brennnesseln in oder in der Nähe von Weinbergen nicht entfernt werden, da die Zikade ansonsten durch das Fehlen ihrer Wirtspflanze auf die Reben ausweicht und diese infiziert.

Algenpräparate: Algenpräparate enthalten wichtige Aminosäuren und Spurenelemente, die die Rebe sofort über das Blatt aufnehmen kann. Insbesondere in Stresssituationen und während den Hauptwachstumsphasen (Blüte- und Fruchtentwicklung) wirken diese Präparate pflanzenstärkend und wachstumsfördernd.

Aminovital: 3 Anwendungen mit 3,0 L/ha Vorblüte, Nachblüte, und Traubenschluss.

PhytoGreen-Algenextrakt: 3 – 4 Anwendungen mit 2,0 – 3,0 L/ha bis zum Traubenschluss.

II.) HERBIZIDE

SHARK:

Für Ertragsanlagen ab dem 3ten Standjahr. Anwendung: 0,3 L/hl mit 250 – 400 L/ha Wasseraufwandmenge. Die Trieblänge der Stammaustriebe sollte 15 cm nicht überschreiten. Beste Wirkung bei Sonnenschein. Abdriftmindernde Düsen verwenden! Zulassung in Luxemburg für alle Sorten.


III.) REBSCHUTZ

Sämtliche Informationen über den Pflanzenschutz für die Saison 2017 können auf der Homepage des IVV unter Beratung > Weinbau > Integrierter Weinbau resp. > Ökologischer Weinbau nachgelesen werden. Wasseraufwand mit Bodengeräten: 400 L/ha, dabei sollte mit reduzierter Luftmenge und abdriftarmen Injektordüsen gearbeitet werden. Angaben für Schlauchspritzungen sind in kursiv angegeben.
Nutzen Sie VitiMeteo für die Terminierung Ihrer Rebschutzbehandlungen. Der Spritzbelag muss nach einem Blattflächenzuwachs von 2-3 Blättern, insbesondere vor Niederschlägen, erneuert werden.

1.) Peronospora

Lokal gab es heftige Niederschläge, die Bodeninfektionen ermöglicht haben könnten. Bedingt durch relativ kurze Inkubationszeiten werden vermehrt Ölflecke in der ersten Juniwoche auftreten. Bitte kontrollieren Sie Ihre Anlagen intensiv auf Ölflecke und führen Sie eine Applikation vor angekündigten Niederschlägen durch. Aufgrund der unbeständigen Witterung sollten tiefenwirksame Mittel eingesetzt werden: SANVINO (750 g/ha; 100 g/hl); VINCARE (1,0 kg/ha; 125 g/hl); PREVINT (800 ml/ha; 100 ml/hl); MILDICUT (2,0 L/ha; 250 ml/hl); PROFILER (1,5 kg/ha, 188 g/hl) oder VALIANT FLASH (3,0 kg/ha; 200 g/hl). Werden Kontaktmittel eingesetzt, dann sollte dies unbedingt in Kombination mit phosphoriger Säure geschehen: DELAN 70 WG (600 g/ha; 70 g/hl); FOLPAN 80 WG (800 g/ha; 100 g/hl); PENNCOZEB (1600 g/ha; 200 g/hl) oder POLYRAM (1600 g/ha; 200 g/hl).

Pflanzenschutzmittel auf der Basis von phosphoriger Säure: VERIPHOS (2,0 L/ha, 250 ml/hl).

Ökologischer Weinbau: 200 – 300 g/ha Rein-Kupfer je nach Niederschlagssituation


http://www.dlr-rnh.rlp.de/dienststellen/oppenheim/html/am/vitimeteo_rlp/REM_weathergraph.png

2.) Oïdium

Die Witterung bietet ideale Bedingungen für Oïdiuminfektionen. Frühbefall zeigt sich auf der Blattunterseite. Aktuell sollten systemische Mittel wie FLINT (120 g/ha, 15 g/hl); CANDIT (120 g/ha, 15 g/hl); TALENDO (200 ml/ha; 25 ml/hl) oder VIVANDO (160 ml/ha, 20 ml/hl) zum Einsatz kommen. Bei kurzen Spritzabständen von max. 8 Tagen kann Netzschwefel eingesetzt werden. Beachten Sie, dass die Wirkung über die Schwefelverdampfung bei Durchschnittstemperaturen >24°C bei weniger als 6 Tagen liegt! Netzschwefel: 5,0 – 6,0 kg/ha (600 g/hl)

Ökologischer Weinbau: 4,8 – 5,0 kg/ha (600 g/hl) Netzschwefel im Abstand von max. 8 Tagen

Wichtig: Oïdiumanlagen auf Zeigertriebe mit grau-weißem Belag kontrollieren!

Resistenzmanagement: Bei 2-maliger Anwendung von Mitteln aus der gleichen Resistenzklasse sollte dazwischen mindestens eine Spritzung, bei Strobilurinen 2 Spritzungen eines Produktes, das einer anderen Resistenzklasse angehört, durchgeführt werden.

Wichtig: Resistenztabelle mit Resistenzcodes A – J auf IVV-Homepage unter Beratung > Weinbau > Integrierter Weinbau

http://www.dlr-rnh.rlp.de/dienststellen/oppenheim/html/am/vitimeteo_oidium_rlp/REM_oidium.png


3.) Schwarzfäule und Roter Brenner

Die aktuelle Witterung begünstigt die Ausbreitung von Schwarzfäule und Roter Brenner. Verwenden Sie in gefährdeten Lagen Produkte mit Nebenwirkung gegen diese Krankheiten, wie z.B. PENNCOZEB (1600 g/ha; 200 g/hl), POLYRAM (1600 g/ha; 200 g/hl) oder FLINT (120 g/ha, 15 g/hl)

Ökologischer Weinbau: 150 - 200 g/ha Rein-Kupfer + 4,0 - 5,0 kg/ha Netzschwefel


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Wasserschutz: Reste von Pflanzenschutzmitteln und das bei der Spritzgerätereinigung anfallende Reinigungswasser nicht in die Kanalisation einleiten, sondern im Weinberg verspritzen.

Bei Vergiftung oder Verschlucken: Bitte sofort die Belgische Antivergiftungs-Zentrale unter der kostenlosen Nummer (+352) 8002 – 5500 kontaktieren. Im Falle einer Vergiftung durch Pflanzenschutzmittel oder ähnlichen chemischen Substanzen können die Ärzte der Zentrale Hinweise für Erste Hilfe geben, sowie die Notwendigkeit eines medizinischen Eingriffs ermitteln. Homepage: http://www.centreantipoisons.be



Bei weiteren Fragen, wenden Sie sich bitte an Herrn Serge Fischer; Tel 23 612 218 ; serge.fischer@ivv.etat.lu oder Herrn Robert Mannes; Tel 23 612 226 ; robert.mannes@ivv.etat.lu oder Frau Mareike Schultz; Tel: 23 612 220; mareike.schultz@ivv.etat.lu

Mitgeteilt durch das Weinbauinstitut, Abteilung Weinbau.



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