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Rebschutzhinweis N°05/2017 vom 9. Juni 2017 für den integrierten und ökologischen Weinbau

One up

Aktueller Stand der Weinberge:

Nach der Schafskälte und unbeständiger Witterung erwarten uns mit dem Wochenende sommerliche bis moderate Temperaturen ohne Regen. Die Blüte hat begonnen, durch den heterogenen Entwicklungsstand der Reben kommt es zu einer verlängerten Blütephase. Beachten Sie dies unbedingt bei der Mittelwahl → Resistenzmanagement! Das Peronospora- und Oïdiumrisiko ist aktuell sehr hoch, zusätzlich befinden sich die Reben in der empfindlichsten Phase. Durch abgeworfene Käppchen sind die Gescheine ungeschützt. Kurze Spritzabstände einhalten und in sämtlichen Weinbergen (auch Hubschrauberflächen!) die Behandlung "abgehende Blüte" unbedingt mit Bodengeräten durchführen! Befall durch Oïdium oder Peronospora bitte beim IVV melden! Die Wetterstationen der ASTA und somit auch das Prognosesystem VitiMeteo funktionieren nach einem Ausfall in der vergangenen Woche wieder.

Online-Informationsdienste:

Wichtige Links:

Persönliche Schutzausrüstung (PSA)beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln (PDF)

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

Datenbank Pflanzenschutzmittel:

I.) WEINBAULICHE HINWEISE

„Entblättern, so früh wie möglich, erstes Gipfeln so spät wie möglich“

Nach der Blüte kann mit dem Entblättern der Traubenzone begonnen werden, der Zeitraum zwischen Blüte und Traubenschluss bringt die besten Auflockerungsergebnisse der Traubenstruktur. Besonders bei kompakten Sorten ist dies eine äußerst wichtige Maßnahme zur Fäulnisvermeidung. In Kombination mit einer Botrytitzidanwendung kurz vor Traubenschluss kann die frühe Entblätterung den Botrytisbefall bis zu 80% und auch den Essigbefall deutlich reduzieren.

Vor Erreichen des Stadiums Erbsengröße können je nach Wüchsigkeit der Anlage sowohl die Sonnenseite als auch die Schattenseite entblättert werden. Ab dem Stadium Erbsengröße sollte wegen Sonnenbrandgefahr nur noch die sonnenabgewandte Seite entblättert werden. Auf stärkere Entblätterungsmaßnahmen in schwachwüchsigen, stark verrieselten Weinbergen verzichten.

Der erste Laubschnitttermin sollte so spät wie möglich durchgeführt werden. Das Herauszögern ermöglicht ein längeres Aufrechterhalten der Assimilatkonkurrenz zwischen den jungen Trauben und der Triebspitze. Dies induziert durch die reduzierte Assimilatversorgung der Blüte- und Zellteilungsvorgänge eine lockere Traubenstruktur und damit eine verzögerte Fäulnisepidemie.

Schwarzholzkrankheit: Der Erreger der Schwarzholzkrankheit wird durch die Winden-Glasflügelzikade übertragen. Wirtspflanze der Zikade ist die Brennnessel. Während der Flugzeit der Zikade von Juni-August sollten Brennnesseln in oder in der Nähe von Weinbergen nicht entfernt werden, da die Zikade ansonsten durch das Fehlen ihrer Wirtspflanze auf die Reben ausweicht und diese infiziert.

Algenpräparate: Algenpräparate enthalten wichtige Aminosäuren und Spurenelemente, die die Rebe sofort über das Blatt aufnehmen kann. Insbesondere in Stresssituationen und während den Hauptwachstumsphasen (Blüte- und Fruchtentwicklung) wirken diese Präparate pflanzenstärkend und wachstumsfördernd:

  • Aminovital: 3 Anwendungen mit 3,0 L/ha Vorblüte, Nachblüte, und Traubenschluss.
  • PhytoGreen-Algenextrakt: 3 – 4 Anwendungen mit 2,0 – 3,0 L/ha bis zum Traubenschluss.

II.) HERBIZIDE

Keine Herbizide im Zeitraum der Traubenblüte anwenden.


III.) REBSCHUTZ

Der Rebschutz sollte in jeder Gasse mit einem Wasseraufwand bei Sprühgeräten von max. 600 Liter/ha erfolgen, dabei sollte mit abdriftarmen Injektordüsen gearbeitet werden. Angaben für Schlauchspritzungen sind in kursiv angegeben.

1.) Peronospora

Bislang wurden noch keine Ölflecke gemeldet, das Weinbauinstitut empfiehlt den Einsatz tiefenwirksamer Mittel um die empfindlichen Gescheine zu schützen. Die Applikation sollte insbesondere vor gemeldeten Niederschlägen erfolgen: SANVINO (940 g/ha; 100 g/hl); VINCARE (1,25 kg/ha; 125 g/hl); PREVINT (1,2 l/ha; 100 ml/hl); MILDICUT (2,5 L/ha; 250 ml/hl); VALIANT FLASH (3,0 kg/ha; 200 g/hl); PROFILER (1,875 kg/ha, 188 g/hl) → nicht mit LUNA EXPERIENCE mischen!

Ökologischer Weinbau: 250 – 300 g/ha Rein-Kupfer je nach Niederschlagssituation



http://www.dlr-rnh.rlp.de/dienststellen/oppenheim/html/am/vitimeteo_rlp/REM_weathergraph.png

2.) Oïdium

Es herrscht hohes Infektionsrisiko und die Reben befinden sich im „Mehltaufenster“, dem Zeitraum in dem die Gescheine am anfälligsten für Infektionen sind. Wir empfehlen kurze Spritzabstände (max. 10 Tage) und tiefenwirksame Mittel: VIVANDO (200 ml/ha; 20 ml/hl); LUNA EXPERIENCE (375 ml/ha; 40 ml/hl) nur einmal einsetzen und nicht mit PROFILER und Phosphonaten mischen! NISSODIUM (360 ml/ha; 40 ml/hl); TALENDO (250 ml/ha; 25 ml/hl); SPIROX (500 ml/ha; 50 ml/hl). Zur Spritzung in und kurz nach der Blüte empfiehlt das Weinbauinstitut aus Resistenzgründen keine strobilurinhaltigen Produkte oder Triazole (Candit, Flint, Geyser, Topaz, Topenco) einzusetzen.

Wichtig: LUNA EXPERIENCE und das Botrytizid CANTUS gehören beide zu der SDHI-Gruppe. Pflanzenschutzmittel der SDHI-Gruppe dürfen in der Summe nicht mehr als 2x und nicht unmittelbar hintereinander eingesetzt werden.

Alternativ kann Netzschwefel in Kombination mit einem Karbonat eingesetzt werden: Netzschwefel (5,0 kg/ha) + Vitisan (4,0 kg/ha) + Wetcit (0,2%). Verbrennungen sind bei mehrfacher Anwendung, in trockengestressten Anlagen und Jungfeldern möglich.

Ökologischer Weinbau: 6,0 kg/ha (600 g/hl) Netzschwefel im Abstand von max. 8 Tagen. ACHTUNG: Bei Durchschnittstemperaturen oberhalb von 24°C beträgt die Wirkung über die Schwefelverdampfung weniger als 6 Tage!

Resistenzmanagement: Bei 2-maliger Anwendung von Mitteln aus der gleichen Resistenzklasse sollte dazwischen mindestens eine Spritzung, bei Strobilurinen 2 Spritzungen eines Produktes, das einer anderen Resistenzklasse angehört, durchgeführt werden. Siehe Resistenzklassen in unserer Rebschutzbroschüre.


http://www.dlr-rnh.rlp.de/dienststellen/oppenheim/html/am/vitimeteo_oidium_rlp/REM_oidium.png


3.) Botrytis

Anwendung von Bioregulatoren gegen Botrytis, Penicillium und Essigfäule:

In Anlagen, die regelmäßig von Fäulnis betroffen sind, kann durch den Einsatz von Bioregulatoren in der Blüte für eine Lockerung der Traubenstruktur gesorgt werden. Bei kompakten Sorten kann Frühbotrytis durch gegenseitiges Abquetschen der Beeren nach Traubenschluss deutlich minimiert werden. Eine Ertragsreduzierung durch Bioregulatoren ist möglich. Bioregulatoren dürfen nicht in ertragsschwachen Anlagen, nach der Blüte, in Mischung mit Blattdüngern oder bei Chlorose angewendet werden.

GIBB 3: Anwendung bei den Sorten Pinot Blanc, Gris, Noir mit 2 Tabletten/100 L bei 800 L Wasser/ha in die Traubenzone im Zeitrahmen ES 65-68 (Vollblüte-abgehende Blüte). Es empfiehlt sich der Zusatz eines Netzmittels. Keine Anwendung: Auxerrois, Riesling, Sauv. Blanc, Gewürztraminer und St. Laurent

TIPPS zur Ausbringung: Bioregulatoren wenn möglich ohne Mischungen mit anderen Pflanzenschutzmitteln, sowie in den späten Abendstunden oder nach nächtlicher Taubildung ausbringen!


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Wasserschutz: Reste von Pflanzenschutzmitteln und das bei der Spritzgerätereinigung anfallende Reinigungswasser nicht in die Kanalisation einleiten, sondern im Weinberg verspritzen.
Bei Vergiftung oder Verschlucken: Bitte sofort die Belgische Antivergiftungs-Zentrale unter der kostenlosen Nummer (+352) 8002 – 5500 kontaktieren. Im Falle einer Vergiftung durch Pflanzenschutzmittel oder ähnlichen chemischen Substanzen können die Ärzte der Zentrale Hinweise für Erste Hilfe geben, sowie die Notwendigkeit eines medizinischen Eingriffs ermitteln. Homepage: http://www.centreantipoisons.be

Bei weiteren Fragen, wenden Sie sich bitte an Herrn Serge Fischer; Tel 23 612 218 ; serge.fischer@ivv.etat.lu oder Herrn Robert Mannes; Tel 23 612 226 ; robert.mannes@ivv.etat.lu oder Frau Mareike Schultz; Tel: 23 612 220; mareike.schultz@ivv.etat.lu

Mitgeteilt durch das Weinbauinstitut, Abteilung Weinbau.



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