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Rebschutzhinweis N°06/2017 vom 20. Juni 2017 für den integrierten und ökologischen Weinbau

One up

Aktueller Stand der Weinberge:

Aufgrund der hochsommerlichen Witterung konnten die Reben unter optimalen Bedingungen blühen und die Blüte ist in nahezu allen Lagen beendet. Die Stadien Schrotkorngrösse und Erbsengrösse werden sehr schnell erreicht sein. Nennenswerter Regen ist nicht in Sicht und in dieser Woche herrscht eine Hitzewelle mit Temperaturen bis zu 35°C an, lokal sind Gewitter möglich! Es herrscht momentan ein besonders hohes Oïdiumrisiko. Darüber hinaus befinden sich die Gescheine im anfälligsten Stadium, dem Mehltaufenster. Das Triebwachstum geht ebenfalls sehr schnell voran. Die Spritzabstände müssen weiterhin sehr eng gehalten werden (max. 10 Tage) und die Reben regelmäßig auf erste Oïdiumsymptome kontrolliert werden. Entblätterungsmaßnahmen können ab jetzt durchgeführt werden.

Online-Informationsdienste:

Wichtige Links:

Persönliche Schutzausrüstung (PSA)beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln (PDF)

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

Datenbank Pflanzenschutzmittel:

I.) WEINBAULICHE HINWEISE

„Entblättern, so früh wie möglich, erstes Gipfeln so spät wie möglich

Entblätterung/Laubschnitt: Zur Fäulnisprävention sollte nach der Blüte bis Erbsengröße entblättert werden. Der erste Laubschnitt sollte so spät wie möglich durchgeführt werden. Weitere Informationen siehe Rebschutzhinweis N° 05/2017

Schwarzholzkrankheit: Der Erreger der Schwarzholzkrankheit wird durch die Winden-Glasflügelzikade übertragen. Wirtspflanze der Zikade ist die Brennnessel. Während der Flugzeit der Zikade von Juni-August sollten Brennnesseln in oder in der Nähe von Weinbergen nicht entfernt werden, da die Zikade ansonsten durch das Fehlen ihrer Wirtspflanze auf die Reben ausweicht und diese infiziert.

Algenpräparate: Algenpräparate enthalten wichtige Aminosäuren und Spurenelemente, die die Rebe sofort über das Blatt aufnehmen kann. Insbesondere in Stresssituationen und während den Hauptwachstumsphasen (Blüte- und Fruchtentwicklung) wirken diese Präparate pflanzenstärkend und wachstumsfördernd.

  • Aminovital: 3 Anwendungen mit 3,0 L/ha Vorblüte, Nachblüte, und Traubenschluss.
  • PhytoGreen-Algenextrakt: 3 – 4 Anwendungen mit 2,0 – 3,0 L/ha bis zum Traubenschluss.

II.) REBSCHUTZ

Der Rebschutz sollte in jeder Gasse mit einem Wasseraufwand bei Sprühgeräten von max. 600 Liter/ha erfolgen, dabei sollte mit abdriftarmen Injektordüsen gearbeitet werden. Angaben für Schlauchspritzungen sind in kursiv angegeben.

1.) Peronospora

Auch wenn die Witterung momentan ungünstig für feuchteliebende Pilze ist, empfiehlt das Weinbauinstitut, aufgrund der nach der Blüte sehr empfindlichen Gescheine und des starken Zuwachses, weiterhin den Einsatz tiefenwirksamer Mittel: SANVINO (1,125 kg/ha; 100 g/hl); VINCARE (1,5 kg/ha; 125 g/hl); PREVINT (1,4 l/ha; 100 ml/hl); MILDICUT (3 L/ha; 250 ml/hl); VALIANT FLASH (3,0 kg/ha; 200 g/hl); PROFILER (2,250 kg/ha, 188 g/hl) → nicht mit LUNA EXPERIENCE mischen!

Landschaftspflegeprämie: Im Rahmen der Landschaftspflegeprämie dürfen nach der Blüte keine Pflanzenschutzmittel angewendet werden, die den Wirkstoff Mancozeb enthalten: Penncozeb, Fubol Gold

Ökologischer Weinbau: 250 – 300 g/ha Rein-Kupfer je nach Niederschlagssituation


http://www.dlr-rnh.rlp.de/dienststellen/oppenheim/html/am/vitimeteo_rlp/REM_weathergraph.png

2.) Oïdium

Nach wie vor ist die Witterung ideal für die Entwicklung von Oïdium, zusätzlich befinden sich die Reben bis zur Erbsengröße im „Mehltaufenster“, der empfindlichsten Phase für die jungen Gescheine. Aufgrund der sehr heißen Tagestemperaturen mit klaren, wolkenlosen Nächten, empfiehlt das Weinbauinstitut den Einsatz tiefenwirksamer Mittel bei kurzen Spritzabständen (max. 10 Tage): VIVANDO (200 ml/ha; 20 ml/hl); NISSODIUM (500 ml/ha; 40 ml/hl); TALENDO (300 ml/ha; 25 ml/hl); SPIROX (540 ml/ha; 50 ml/hl); LUNA EXPERIENCE (500 ml/ha; 40 ml/hl) → Luna Experience sollte pro Saison nur 1x im Nachblütebereich bis BBCH 71 (Schrotkorngrösse) eingesetzt werden.

Alternativ kann alternativ Netzschwefel in Kombination mit einem Karbonat eingesetzt werden: Netzschwefel (5,0 kg/ha) + Vitisan (4,0 kg/ha) + Wetcit (0,2%). Verbrennungen sind bei mehrfacher Anwendung, in trockengestressten Anlagen und Jungfeldern möglich. Zur Spritzung kurz nach der Blüte empfiehlt das Weinbauinstitut aus Resistenzgründen keine strobilurinhaltigen Produkte oder Triazole (Candit, Flint, Geyser, Topaz, Topenco) einzusetzen.

Ökologischer Weinbau: Netzschwefel (5,0 kg/ha) + Vitisan (4,0 kg/ha) + Wetcit (0,2%)

Bei Durchschnittstemperaturen oberhalb von 24°C beträgt die Wirkung über die Schwefelverdampfung weniger als 6 Tage! Aus diesen Gründen empfiehlt das Weinbauinstitut beim geplanten alleinigen Einsatz von Schwefel zusätzlich noch etwas Vitisan (Achtung: Verbrennungen bei hohem Aufwand während Hitzeperioden) beizumischen!


Resistenzmanagement: Bei 2-maliger Anwendung von Mitteln aus der gleichen Resistenzklasse sollte dazwischen mindestens eine Spritzung, bei Strobilurinen 2 Spritzungen eines Produktes, das einer anderen Resistenzklasse angehört, durchgeführt werden. Siehe Resistenzklassen in unserer Rebschutzbroschüre.


http://www.dlr-rnh.rlp.de/dienststellen/oppenheim/html/am/vitimeteo_oidium_rlp/REM_oidium.png


3.) Botrytis

Bei Rebsorten mit kompakter Traubenstruktur wie Riesling, Burgunder-Sorten und Elbling ist die Kombination „frühe Entblätterung und später Laubschnitt“ die beste Vorbeugung gegen Botrytis. Zusätzlich kann ein Spezialbotrytizid eingesetzt werden. Der Einsatz wird kurz vor Traubenschluss empfohlen, da zu diesem Zeitpunkt das Stielgerüst noch erreicht werden kann.

Resistenzmanagement:

Insgesamt maximal 1 Anwendung pro Jahr. Entweder Scala oder Pyrus oder Switch/Serenva oder Frupica:

  • SCALA/PYRUS (2,0 L/ha; 125 ml/ha)
  • SWITCH/SERENVA (1,2 kg/ha; 60 g/hl),
  • FRUPICA (1,2 kg/ha; 100 g/hl)

Insgesamt maximal 1 Anwendung pro Jahr. Entweder Teldor oder Prolectus:

  • TELDOR (1,6 kg/ha; 100 g/hl)
  • PROLECTUS (1,2 kg/ha; 80 g/hl)

Maximal 1 Anwendung pro Jahr: CANTUS (1,2 kg/ha; 75 g/hl). N.B. Wurde LUNA EXPERIENCE eingesetzt, darf das Botrytizid CANTUS nicht unmittelbar nach dieser Behandlung eingesetzt werden.

Ökologischer Weinbau: KALIWASSERGLAS/POTTASOL (3,0 L/ha; Konz: 0,5%): ES 75 – ES 81: 3 - 4 mal in Traubenzone; ab ES 81: 2 mal in Traubenzone

EQUISETUM PLUS (4,0 – 6,0 L/ha; Konz: 1%): ES 77 – ES 81: 2 mal in Traubenzone

Kaliwasserglas ist nicht mischbar mit Mycosin-Vin, Vitisan und Xentari WG!


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Wasserschutz: Reste von Pflanzenschutzmitteln und das bei der Spritzgerätereinigung anfallende Reinigungswasser nicht in die Kanalisation einleiten, sondern im Weinberg verspritzen.
Bei Vergiftung oder Verschlucken: Bitte sofort die Belgische Antivergiftungs-Zentrale unter der kostenlosen Nummer (+352) 8002 – 5500 kontaktieren. Im Falle einer Vergiftung durch Pflanzenschutzmittel oder ähnlichen chemischen Substanzen können die Ärzte der Zentrale Hinweise für Erste Hilfe geben, sowie die Notwendigkeit eines medizinischen Eingriffs ermitteln. Homepage: http://www.centreantipoisons.be

Bei weiteren Fragen, wenden Sie sich bitte an Herrn Serge Fischer; Tel 23 612 218 ; serge.fischer@ivv.etat.lu oder Herrn Robert Mannes; Tel 23 612 226 ; robert.mannes@ivv.etat.lu oder Frau Mareike Schultz; Tel: 23 612 220; mareike.schultz@ivv.etat.lu

Mitgeteilt durch das Weinbauinstitut, Abteilung Weinbau.



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