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Rebschutzhinweis N°07/2017 vom 30. Juni 2017 für den integrierten und ökologischen Weinbau

One up

Aktueller Stand der Weinberge:

Mit der Hitzewelle und der extremen Trockenheit ist es vorerst mal vorbei. Die Regenfälle in dieser Woche konnten die Trockenstress Situation etwas entspannen. Für das Wochenende sind kühlere Temperaturen mit Gewitter und Niederschlag vorhergesagt. Die Entwicklung der Reben ist mächtig vorangeschritten und in etlichen Lagen ist das Stadium Traubenschluss erreicht. Die Behandlung zu Traubenschluss ist es eine sehr wichtige Behandlung, da sie die letzte Möglichkeit bietet, das Stielgerüst zu schützen. Leider ist der Entwicklungsstand der Trauben dieses Jahr sehr heterogen und es wird schwer sein die Behandlung zu Traubenschluss an einem einzigen Termin zu treffen. Die Regenfälle der letzten Tage haben Peronospora Primärinfektionen ausgelöst. Das Oïdium Risiko bleibt weiterhin hoch bis sehr hoch. Aufgrund des starken Zuwachses mit viel ungeschützter Blattfläche gilt es momentan die Spritzabstände noch eng zu halten (max. 10 Tage). Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Weinberge und melden Sie Bitte dem IVV jeglichen Befall! VitiMeteo bietet eine gute Hilfestellung bei der Einschätzung des Befallsdruckes.

Online-Informationsdienste:

Wichtige Links:

Persönliche Schutzausrüstung (PSA)beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln (PDF)

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

Datenbank Pflanzenschutzmittel:

I.) WEINBAULICHE HINWEISE

Entblätterung: Bis das Stadium Traubenschluss erreicht ist, kann eine Entblätterung noch beidseitig durchgeführt werden. Dadurch ergeben sich eine gut durchlüftete Laubwand und eine lockere Traubenstruktur. Sobald das Stadium Traubenschluss erreicht ist, sollte aufgrund von Sonnenbrandgefahr nur noch die Schattenseite entblättert werden.

Traubenteilen: Bei kompakten Sorten kann durch das Teilen von Trauben eine Auflockerung der Traubenstruktur erreicht werden, was das Botrytisrisiko vermindert. Das Teilen der Trauben kann ab dem Stadium Erbsengröße durchgeführt werden.

Stiellähme: In Weinbergen mit Stiellähmegefahr sollten mindestens zwei Behandlungen mit magnesiumhaltigen Blattdünger in die Traubenzone durchgeführt werden. Die erste ab Traubenschluss bis Beginn der Beerenreife mit Bittersalz (18 bis 20 kg/ha mit 600 bis 800 Liter Wasser), die zweite nach Reifebeginn mit einem Mg-haltigen Spezialblattdünger. In Mischung mit Pflanzenschutzmitteln sollte die Bittersalzkonzentration in der Brühe 2,5 kg/hl nicht überschreiten. Bittersalz nicht mit Vitisan oder Kaliwasserglas mischen.

Schwarzholzkrankheit: Der Erreger der Schwarzholzkrankheit wird durch die Winden-Glasflügelzikade übertragen. Wirtspflanze der Zikade ist die Brennnessel. Während der Flugzeit der Zikade von Juni-August sollten Brennnesseln in oder in der Nähe von Weinbergen nicht entfernt werden, da die Zikade ansonsten durch das Fehlen ihrer Wirtspflanze auf die Reben ausweicht und diese infiziert.

Traubenwickler: Zur Überwachung des Fluges der Sauerwurmgeneration sollten die Leimböden und Köder der Pheromonfallen ausgetauscht und 2-mal wöchentlich kontrolliert werden.

II.) REBSCHUTZ

Der Rebschutz sollte in jeder Gasse mit einem Wasseraufwand bei Sprühgeräten von max. 600 Liter/ha erfolgen, dabei sollte mit abdriftarmen Injektordüsen gearbeitet werden. Angaben für Schlauchspritzungen sind in kursiv angegeben.

1.) Peronospora

Ab Taubenschluss und in befallsfreien Anlagen kann auf Kontaktmittel zurückgegriffen werden. Hier empfiehlt sich der Einsatz von Kupferpräparaten wie KOCIDE OPTI (2,5 kg/ha; 200g/hl); CHAMP FLO AMPLI SC (2 L/ha; 200 ml/hl); CUPREX WP (3 kg/ha; 200 g/hl); CUPROXAT SC (5,3 L/ha; 750 ml/hl) oder von Produkten wie FOLPAN WG (1,6 kg/ha; 100 g/hl) oder DELAN WG (0,7 kg/ha; 70 g/hl).

In der Entwicklung zurückgebliebene Weinberge (Schrotkorngrösse) sollten noch mit tiefenwirksamen Mitteln behandelt werden: SANVINO (1,5 kg/ha; 100 g/hl); VINCARE (2,0 kg/ha; 125 g/hl); PREVINT (1,6 l/ha; 100 ml/hl); MILDICUT (4,0 L/ha; 250 ml/hl); VALIANT FLASH (3,0 kg/ha; 200 g/hl); PROFILER (3,0 kg/ha, 188 g/hl) → nicht mit LUNA EXPERIENCE mischen!

Landschaftspflegeprämie: Im Rahmen der Landschaftspflegeprämie dürfen nach der Blüte keine Pflanzenschutzmittel angewendet werden, die den Wirkstoff Mancozeb enthalten: Penncozeb, Fubol Gold

Ökologischer Weinbau: 250 – 300 g/ha Rein-Kupfer je nach Niederschlagssituation


http://www.dlr-rnh.rlp.de/dienststellen/oppenheim/html/am/vitimeteo_rlp/REM_weathergraph.png

2.) Oïdium

Der Oïdiumdruck bleibt weiterhin hoch bis sehr hoch und aufgrund der heterogenen Traubenentwicklung befinden sich etliche Gescheine noch in dem sehr anfälligen Mehltaufenster. Aus diesem Grund werden momentan noch tiefenwirksame Mittel bei kurzen Spritzabständen (max. 10 Tage) empfohlen: VIVANDO (200 ml/ha; 20 ml/hl); NISSODIUM (500 ml/ha; 40 ml/hl); TALENDO (375 ml/ha; 25 ml/hl); SPIROX (540 ml/ha; 50 ml/hl). Das Produkt LUNA EXPERIENCE ab dem Stadium BBCH 71 (Schrotkorngrösse) nicht mehr einsetzen! Die Spritzabstände sollten momentan maximal 10 Tage betragen.

Alternativ kann Netzschwefel in Kombination mit einem Karbonat eingesetzt werden: Netzschwefel (5,0 kg/ha) + Vitisan (4,0 kg/ha) + Wetcit (0,2%). Verbrennungen sind bei mehrfacher Anwendung, in trockengestressten Anlagen und Jungfeldern möglich.

Ökologischer Weinbau: Netzschwefel (5,0 kg/ha) + Vitisan (4,0 kg/ha) + Wetcit (0,2%)

Stopp-Behandlung bei Oïdiumbefall: Traubenwäsche mit einem hohen Wasseraufwand von 800 L/ha: 8,0 - 10,0 kg/ha VITISAN + 5,0 kg/ha Netzschwefel + 0,2% WETCIT. Bei Bedarf die Behandlung wiederholen.
Achtung: In trockengestressten Anlagen in Kombination mit heißen Temperaturen kann diese Mischung ebenfalls schnell zu Verbrennungen führen. Deshalb bei schlechter Wasserversorgung nicht zu hoch dosieren!

Resistenzmanagement: Bei 2-maliger Anwendung von Mitteln aus der gleichen Resistenzklasse sollte dazwischen mindestens eine Spritzung, bei Strobilurinen 2 Spritzungen eines Produktes, das einer anderen Resistenzklasse angehört, durchgeführt werden. Siehe Resistenzklassen in unserer Rebschutzbroschüre.


http://www.dlr-rnh.rlp.de/dienststellen/oppenheim/html/am/vitimeteo_oidium_rlp/REM_oidium.png


3.) Botrytis

Bei Rebsorten mit kompakter Traubenstruktur wie Riesling, Burgunder-Sorten und Elbling ist die Kombination „frühe Entblätterung und später Laubschnitt“ die beste Vorbeugung gegen Botrytis. Zusätzlich kann ein Spezialbotrytizid eingesetzt werden. Der Einsatz wird kurz vor Traubenschluss empfohlen, da zu diesem Zeitpunkt das Stielgerüst noch erreicht werden kann.

Resistenzmanagement:

Insgesamt maximal 1 Anwendung pro Jahr. Entweder Scala oder Pyrus oder Switch/Serenva oder Frupica:

  • SCALA/PYRUS (2,0 L/ha; 125 ml/ha)
  • SWITCH/SERENVA (1,2 kg/ha; 60 g/hl),
  • FRUPICA (1,2 kg/ha; 100 g/hl)

Insgesamt maximal 1 Anwendung pro Jahr. Entweder Teldor oder Prolectus:

  • TELDOR (1,6 kg/ha; 100 g/hl)
  • PROLECTUS (1,2 kg/ha; 80 g/hl)

Maximal 1 Anwendung pro Jahr:

  • CANTUS (1,2 kg/ha; 75 g/hl).
  • Wurde LUNA EXPERIENCE eingesetzt, darf das Botrytizid CANTUS nicht unmittelbar nach dieser Behandlung eingesetzt werden.

Ökologischer Weinbau: KALIWASSERGLAS/POTTASOL (3,0 L/ha; Konz: 1,0%): ES 75 – ES 81: bis zu 3-mal in Traubenzone; ab ES 81: 2-mal in Traubenzone

EQUISETUM PLUS (3,0 – 4,0 L/ha; Konz: 1,0%): BBCH 77 – ES 81: 2 mal in die Traubenzone

Kaliwasserglas ist nicht mischbar mit Mycosin-Vin, Vitisan und Xentari WG! Kaliwasserglas nicht bei praller Mittagssonne bzw. hohen Temperaturen ausbringen.


4.) Grüne Rebzikade

Die erwachsenen Zikaden legen ihre Eier in die Hauptadern der Blattunterseite, deshalb sind die Blattunterseiten regelmäßig auf junge Zikadenlarven zu überprüfen. Bei Überschreiten der Schadensschwelle von 2 bis 3 Larven/Blatt wird der Einsatz von STEWARD (187,5 gr./ha; 12,5 gr./hl) empfohlen. Eine Bekämpfung sollte sich gegen die jungen Larvenstadien richten, um auf diese Weise Saugschäden frühzeitig zu minimieren.


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Wasserschutz: Reste von Pflanzenschutzmitteln und das bei der Spritzgerätereinigung anfallende Reinigungswasser nicht in die Kanalisation einleiten, sondern im Weinberg verspritzen.
Bei Vergiftung oder Verschlucken: Bitte sofort die Belgische Antivergiftungs-Zentrale unter der kostenlosen Nummer (+352) 8002 – 5500 kontaktieren. Im Falle einer Vergiftung durch Pflanzenschutzmittel oder ähnlichen chemischen Substanzen können die Ärzte der Zentrale Hinweise für Erste Hilfe geben, sowie die Notwendigkeit eines medizinischen Eingriffs ermitteln. Homepage: http://www.centreantipoisons.be

Bei weiteren Fragen, wenden Sie sich bitte an Herrn Serge Fischer; Tel 23 612 218 ; serge.fischer@ivv.etat.lu oder Herrn Robert Mannes; Tel 23 612 226 ; robert.mannes@ivv.etat.lu oder Frau Mareike Schultz; Tel: 23 612 220; mareike.schultz@ivv.etat.lu

Mitgeteilt durch das Weinbauinstitut, Abteilung Weinbau.



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