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Rebschutzhinweis N°08/2017 vom 10. Juli 2017 für den integrierten und ökologischen Weinbau

One up

Aktueller Stand der Weinberge:

Für diese Woche ist eine unbeständige Witterung vorausgesagt und die Temperaturen werden die 20°C Marke nicht oder nur knapp übersteigen. Gegen Ende der Woche werden die Niederschläge allmählich nachlassen. Das Stadium Traubenschluss wird nunmehr in allen Weinbergen erreicht sein. Das sehr hohe Oïdiumrisiko der letzten Tage flautet mit der kühleren Witterung etwas ab, trotzdem sollte man weiterhin sehr achtsam sein und die Spritzintervalle möglichst präzise einhalten. Die Traubenanfälligkeit gegenüber Peronospora nimmt progressive ab, wobei die Anfälligkeit gegenüber Oïdium bis Reifebeginn weiter bestehen bleibt. Das Wasser im Boden treibt das Wachstum der Reben weiter rasant an und bietet viel ungeschützte Blatt- und Triebfläche! Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Weinberge und melden Sie Bitte dem IVV jeglichen Befall! VitiMeteo bietet eine gute Hilfestellung bei der Einschätzung des Befallsdruckes.

Online-Informationsdienste:

Wichtige Links:

Persönliche Schutzausrüstung (PSA)beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln (PDF)

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

Datenbank Pflanzenschutzmittel:

I.) WEINBAULICHE HINWEISE

Entblätterung: Wegen Sonnenbrandgefahr sollte ab jetzt nur noch die sonnenabgewandte Seite entblättert werden. Eine ausreichende Entblätterung ist besonders wichtig bei den für die Kirschessigfliege anfälligen Sorten wie z.B. Pinotin und Frühburgunder, da sich die Kirschessigfliege bevorzugt im Schatten der Laubwand aufhält.

Stiellähme: Witterungsschwankungen fördern die Stiellähme. Wir empfehlen daher wenigstens in stiellähmeempfindlichen Sorten mindestens 2 Behandlungen mit magnesiumhaltigen Blattdüngern in die Traubenzone. Die erste ab Traubenschluss bis Beginn der Beerenreife mit Bittersalz (18 bis 20 kg/ha Bittersalz mit 600 bis 800 Liter, Konz: 1,5 - 2,0%), die zweite nach Reifebeginn mit einem Mg-haltigen Spezialblattdünger. In Mischung mit Pflanzenschutzmitteln sollte die Bittersalzkonzentration in der Brühe 2,5 % nicht überschreiten. Bittersalz sollte nicht mit VITISAN und Kaliwasserglas (POTTASOL) gemischt werden. Für die zweite Anwendung nach dem Weichwerden (+- 50°Oe) sollte das Präparat Bittersalz nicht mehr eingesetzt werden, weil eine zu späte Behandlung Bittertöne im Wein verursachen kann.

Schwarzholzkrankheit: Der Erreger der Schwarzholzkrankheit wird durch die Winden-Glasflügelzikade übertragen. Wirtspflanze der Zikade ist die Brennnessel. Während der Flugzeit der Zikade von Juni-August sollten Brennnesseln in oder in der Nähe von Weinbergen nicht entfernt werden, da die Zikade ansonsten durch das Fehlen ihrer Wirtspflanze auf die Reben ausweicht und diese infiziert.

Traubenwickler: Zur Überwachung des Fluges der Sauerwurmgeneration sollten die Pheromonfallen 2-mal wöchentlich kontrolliert werden. Bitte den Falterfang an das IVV melden!

Winterbegrünung: Ab dem jetzigen Zeitpunkt kann eine Winterbegrünung in die offenen Gassen gesät werden. Diese dient sowohl als Erosionsschutz, Nährstoffspeicher und der Produktion von organischer Masse. Zur Winterbegrünung eignen sich Mischungen, die überwinternde Leguminosen entalten: Winterwicken (15 kg/ha), Wintererbsen (30 kg/ha) und Winterroggen (30 kg/ha) bei der Einsaat jeder 2. Zeile. Die Winterbegrünung kann dann nächstes Jahr im April/Mai umgebrochen werden, um der Rebe den notwendigen Stickstoff zur Verfügung zu stellen. Zur mehrjährigen Dauerbegrünung eignet sich die Einsaat der Wolffs-Mischung mit 15 kg/ha in jede 2. Zeile (entspricht etwa 40 kg/ha Gesamtfläche). Um ein gutes Auflaufen der Saat zu gewährleisten, sollte mittels Kreiselegge ein feinkrümeliges Saatbett erzeugt werden und der Boden nach der Einarbeitung des Saatgutes angewalzt werden.

II.) REBSCHUTZ

Der Rebschutz sollte in jeder Gasse mit einem Wasseraufwand bei Sprühgeräten von max. 600 Liter/ha erfolgen, dabei sollte mit abdriftarmen Injektordüsen gearbeitet werden. Angaben für Schlauchspritzungen sind in kursiv angegeben.

1.) Peronospora

Die Regenfälle können zu Primärinfektionen führen, mittlerweile ist der Boden ausreichend durchnässt. Auch wenn die Beerenanfälligkeit ab Traubenschluss kontinuierlich abnimmt, gilt es Triebe und besonders die Blätter für den späteren Reifeprozess gesund zu halten. Kontaktmittel bieten ausreichenden Schutz und sollten protektiv, d.h. vor dem Regen ausgebracht werden. Es empfiehlt sich der Einsatz von Kupferpräparaten wie KOCIDE OPTI (2,5 kg/ha; 200g/hl); CHAMP FLO AMPLI SC (2 L/ha; 200 ml/hl); CUPREX WP (3 kg/ha; 200 g/hl); CUPROXAT SC (5,3 L/ha; 750 ml/hl) oder von Produkten wie FOLPAN WG (1,6 kg/ha; 100 g/hl) oder DELAN WG (0,7 kg/ha; 70 g/hl).

Ökologischer Weinbau: Weinberge ohne Befall: 200 - 250 g/ha Rein-Kupfer
Weinberge mit Befall: 300 - 400 g/ha Rein-Kupfer


http://www.dlr-rnh.rlp.de/dienststellen/oppenheim/html/am/vitimeteo_rlp/REM_weathergraph.png

2.) Oïdium

Die heissen Temperaturen der vergangenen Tage haben für einen sehr hohen Oïdiumdruck gesorgt. Dieser wird durch die nass-kühle Witterung der nächsten Tage etwas ausgebremst werden. Trotzdem gilt es weiterhin sehr achtsam zu sein, denn die Trauben bleiben bis Reifebeginn anfällig. Besonders in Anlagen mit unterschiedlicher Beerenentwicklung sind noch nicht alle Trauben aus dem empfindlichen "Oïdiumzeitfenster" heraus und hier sollte man noch engere Spritzabstände bis zur Homogenisierung des Entwicklungsstandes einhalten. Spritzabstände momentan 10 Tage nicht überschreiten!

  • Anlagen mit heterogener Beerenentwicklung:
    VIVANDO (200 ml/ha; 20 ml/hl) oder NISSODIUM (500 ml/ha; 40 ml/hl) oder TALENDO (375 ml/ha; 25 ml/hl) oder SPIROX (540 ml/ha; 50 ml/hl).
  • normalentwickelte Anlagen:
    CANDIT (240 gr./ha; 15 gr./hl) oder FLINT (240 gr./ha; 15 gr./hl) oder Netzschwefel (5,0 kg/ha) + VITISAN (4,0 kg/ha) + WETCIT (0,2%) oder VITISAN (8,0 - 10,0 kg/ha) + WETCIT (0,2%)
  • frühreifende Sorten:
    hier sollte wegen der Wartezeit von 56 Tagen von Netzschwefel auf VITISAN umgestellt werden.
  • Anlagen mit Befall:
    Traubenwäsche mit einem hohen Wasseraufwand von 800 L/ha: 8,0 - 10,0 kg/ha VITISAN + 5,0 kg/ha Netzschwefel + 0,2% WETCIT. Bei Bedarf die Behandlung wiederholen.

Ökologischer Weinbau: Netzschwefel (5,0 kg/ha) + VITISAN (4,0 kg/ha) + WETCIT (0,2%) oder VITISAN (8,0 - 10,0 kg/ha) + WETCIT (0,2%) im Abstand von 9 Tagen.

Achtung: In trockengestressten Anlagen in Kombination mit heißen Temperaturen können Karbonate (VITISAN) bei zu hoher Dosierung zu Verbrennungen führen. Deshalb bei schlechter Wasserversorgung nicht zu hoch dosieren!

Resistenzmanagement: Bei 2-maliger Anwendung von Mitteln aus der gleichen Resistenzklasse sollte dazwischen mindestens eine Spritzung, bei Strobilurinen 2 Spritzungen eines Produktes, das einer anderen Resistenzklasse angehört, durchgeführt werden. Siehe Resistenzklassen in unserer Rebschutzbroschüre.


http://www.dlr-rnh.rlp.de/dienststellen/oppenheim/html/am/vitimeteo_oidium_rlp/REM_oidium.png


3.) Botrytis

Um der Fäulnisgefahr entgegenzuwirken und eine schnelle Abtrocknung zu ermöglichen, sollten die Laubwände luftig gehalten werden. Wurde der Termin "kurz vor Traubenschluss" bei der Planung eines Botrytizideinsatzes verpasst, dann sollte bis zur Abschlussspritzung gewartet werden.

Ökologischer Weinbau: KALIWASSERGLAS/POTTASOL (3,0 L/ha; Konz: 1,0%): ES 75 – ES 81: bis zu 3-mal in Traubenzone; ab ES 81: 2-mal in Traubenzone; EQUISETUM PLUS (3,0 – 4,0 L/ha; Konz: 1,0%): BBCH 77 – ES 81: 2 mal in die Traubenzone
Kaliwasserglas ist nicht mischbar mit Mycosin-Vin, Vitisan und Xentari WG! Kaliwasserglas nicht bei praller Mittagssonne bzw. hohen Temperaturen ausbringen.


4.) Schwarzfäule

In Weinbergen in direkter Nähe zu Weinbergsdrieschen sollte ein Mittel mit Zusatzwirkung gegen die Schwarzfäule verwendet werden: Kupferpräparate in Verbindung mit Netzschwefel oder FLINT (240 gr./ha; 15 gr./hl) oder TOPAZ (320 ml/ha; 20 ml/hl) oder GEYSER (120 ml/ha; 12 ml/hl).

Ökologischer Weinbau: Die Anwendung von Kupfermitteln in Kombination mit Netzschwefel deckt die Schwarzfäule mit ab.


5.) Grüne Rebzikade

Die erwachsenen Zikaden legen ihre Eier in die Hauptadern der Blattunterseite, deshalb sind die Blattunterseiten regelmäßig auf junge Zikadenlarven zu überprüfen. Bei Überschreiten der Schadensschwelle von 2 bis 3 Larven/Blatt wird der Einsatz von STEWARD (187,5 gr./ha; 12,5 gr./hl) empfohlen. Eine Bekämpfung sollte sich gegen die jungen Larvenstadien richten, um auf diese Weise Saugschäden frühzeitig zu minimieren.


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Wasserschutz: Reste von Pflanzenschutzmitteln und das bei der Spritzgerätereinigung anfallende Reinigungswasser nicht in die Kanalisation einleiten, sondern im Weinberg verspritzen.
Bei Vergiftung oder Verschlucken: Bitte sofort die Belgische Antivergiftungs-Zentrale unter der kostenlosen Nummer (+352) 8002 – 5500 kontaktieren. Im Falle einer Vergiftung durch Pflanzenschutzmittel oder ähnlichen chemischen Substanzen können die Ärzte der Zentrale Hinweise für Erste Hilfe geben, sowie die Notwendigkeit eines medizinischen Eingriffs ermitteln. Homepage: http://www.centreantipoisons.be

Bei weiteren Fragen, wenden Sie sich bitte an Herrn Serge Fischer; Tel 23 612 218 ; serge.fischer@ivv.etat.lu oder Herrn Robert Mannes; Tel 23 612 226 ; robert.mannes@ivv.etat.lu oder Frau Mareike Schultz; Tel: 23 612 220; mareike.schultz@ivv.etat.lu

Mitgeteilt durch das Weinbauinstitut, Abteilung Weinbau.



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