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Rebschutzhinweis N°09/2017 vom 24. Juli 2017 für den integrierten und ökologischen Weinbau

One up

Aktueller Stand der Weinberge:

Peronospora: Gesunde Trauben können nicht mehr infiziert werden. Zum Ende der Spritzsaison gilt es, das Gipfellaub ausreichend mit Kontaktmitteln zu schützen, damit ausreichende Assimilationsfläche in der Reifephase zur Verfügung steht.

Oïdium-Spätbefall nicht unterschätzen, deshalb Weinberge oft und genau kontrollieren!

Es wird dieses Jahr mit einem frühen Lesebeginn gerechnet, deshalb Bitte die Wartezeiten (WZ) der Pflanzenschutzmittel beachten!

Online-Informationsdienste:

Wichtige Links:

Persönliche Schutzausrüstung (PSA)beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln (PDF)

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

Datenbank Pflanzenschutzmittel:

I.) WEINBAULICHE HINWEISE

  • Ertragsregulierung: Eventuelle Ausdünnungsmaßnahmen im Rahmen von Qualitätsprojekten sollten erst ab dem Weichwerden durchgeführt werden. Bei jüngeren Anlagen sollten ggf. ebenfalls Trauben entfernt werden, um die Stöcke zu entlasten.
  • Stiellähme: Die Empfehlungen zur Stiellähme-Vorbeugung dem Rebschutz N°08/2017 entnehmen.
  • Winterbegrünung: Ab Juli/August kann eine Winterbegrünung in die offenen Gassen gesät werden. Diese dient sowohl als Erosionsschutz, Nährstoffspeicher und der Produktion von organischer Masse. Zur Winterbegrünung eignen sich Mischungen, die überwinternde Leguminosen enthalten: Winterwicken (15 kg/ha), Wintererbsen (30 kg/ha) und Winterroggen (30 kg/ha) bei der Einsaat jeder 2. Zeile. Die Winterbegrünung kann dann nächstes Jahr im April/Mai umgebrochen werden, um der Rebe den notwendigen Stickstoff zur Verfügung zu stellen. Zur mehrjährigen Dauerbegrünung eignet sich die Einsaat der Wolffs-Mischung mit 15 kg/ha in jede 2. Zeile (entspricht etwa 40 kg/ha Gesamtfläche).
  • Kirschessigfliege: Bei den anfälligen Sorten (Pinot noir précoce, Pinotin, Roter Elbling) und Tafeltrauben sollte die Traubenzone freigestellt und der Unterwuchs niedrig gehalten werden. Befallsgefährdete Weinberge sollten bei beginnender Reife regelmäßig kontrolliert werden. Das IVV nimmt in Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum LIST das jährliche Befallsmonitoring der Kirschessigfliege über die gesamte Mosel wieder auf. Zu diesem Zweck werden Fallen an 15 ausgewählten Risikostandorten aufgestellt, die wöchentlich kontrolliert werden. Das IVV hält Sie mit einer wöchentlichen KEF-Info per Email auf dem neuesten Stand.

II.) REBSCHUTZ

Der Rebschutz sollte in jeder Gasse mit einem Wasseraufwand bei Sprühgeräten von 500 bis max. 600 Liter/ha erfolgen, dabei sollte mit abdriftarmen Injektordüsen gearbeitet werden. Angaben für Schlauchspritzungen sind in kursiv angegeben.

  • Wartezeit: Die Wartezeiten der Pflanzenschutzmittel müssen beachtet werden. Diese sind mit “WZ“ angegeben.
  • Esstrauben: Esstrauben dürfen nicht mit folpanhaltigen Mitteln (FOLPAN, SANVINO, VINCARE VALIANT FLASH) und VERIPHOS behandelt werden!

1.) Peronospora

Das Gipfellaub sollte weitestgehend befallsfrei gehalten werden. Zudem sollten ab jetzt aus Resistenzgründen nur noch Kontaktmittel verwendet werden:

CHAMP FLO AMPLI (2,0 L/ha; 200 ml/hl; WZ: 21 Tage); KOCIDE OPTI (2,5 kg/ha; 200 g/hl; WZ: 21 Tage); CUPROXAT (5,3 L/ha; 750 ml/hl; WZ: 21 Tage) oder FOLPAN (1,6 kg/ha; 100 g/hl; WZ: 35 Tage).

Ökologischer Weinbau: 250 – 300 g/ha Rein-Kupfer je nach Niederschlagssituation.



http://www.dlr-rnh.rlp.de/dienststellen/oppenheim/html/am/vitimeteo_rlp/REM_weathergraph.png

2.) Oïdium


Die Trauben bleiben bis zur Beerenreife gegen Oïdium anfällig, deshalb sollte der Oïdium Spätbefall nicht unterschätzt werden. Netzschwefel (Wartezeit: 56 Tage) nicht mehr anwenden!

Bei kurzen Spritzabständen (Max. 10 Tage) empfehlen wir die Anwendung von Produkten auf Basis von Backpulver: VITISAN (8 -10 kg/ha; keine WZ) mit Netzmittel*
Alternativ können auch folgende Produkte verwendet werden: CANDIT (240 g/ha; 15 g/hl; WZ: 35 Tage); FLINT (240 g/ha; 15 g/hl; WZ: 35 Tage); GEYSER (120 ml/ha; 12 ml/hl; WZ: 28 Tage), TOPAZ (320 ml/ha; 20 ml/hl; WZ: 35 Tage).

Bei Oïdiumbefall: Traubenwäsche mit einem Wasseraufwand von 800-1000 L/ha: 10,0-12,0 kg/ha VITISAN mit Netzmittel*. Die Behandlung nach einigen Tagen wiederholen.

Ökologischer Weinbau: 8,0 – 10,0 kg/ha VITISAN mit Netzmittel* Backpulverpräparate wie KARMA und VITISAN sind nicht mischbar mit Mycosin-Vin, Xentari WG und Kaliwasserglas.

*Netzmittel: WETCIT (0,2%), PROFITAL FLUID (0,15%) oder COCANA (0,5%)

In trockengestressten Anlagen in Kombination mit heißen Temperaturen können Karbonate (VITISAN) bei zu hoher Dosierung zu Verbrennungen führen. Deshalb bei schlechter Wasserversorgung nicht zu hoch dosieren!


http://www.dlr-rnh.rlp.de/dienststellen/oppenheim/html/am/vitimeteo_oidium_rlp/REM_oidium.png


3.) Botrytis

Bei kompakten Sorten ist dieses Jahr eine sehr dichte Traubenstruktur zu erwarten. Deshalb sollte man hier über den Einsatz eines Spezialbotrytizides zur Abschlussspritzung nachdenken:

Resistenzmanagement:

Insgesamt maximal 1 Anwendung pro Jahr. Entweder Scala oder Pyrus oder Switch/Serenva oder Frupica:

  • SCALA/PYRUS (2,0 L/ha; 125 ml/ha; WZ: 28T))
  • SWITCH/SERENVA (1,2 kg/ha; 60 g/hl; WZ: 21T),
  • FRUPICA (1,2 kg/ha; 120 g/hl; WZ: 21T)

Insgesamt maximal 1 Anwendung pro Jahr. Entweder Teldor oder Prolectus:

  • TELDOR (1,6 kg/ha; 100 g/hl; WZ: 21T )
  • PROLECTUS (1,2 kg/ha; 80 g/hl; WZ: 21T )

Maximal 1 Anwendung pro Jahr:

  • CANTUS (1,2 kg/ha; 75 g/hl; WZ: 28T ).CANTUS gehört wie LUNA EXPERIENCE zu den Pflanzenschutzmitteln der SDHI-Gruppe. Wurde LUNA EXPERIENCE eingesetzt, dann sollte darauf geachtet werden, dass die Produkte dieser Wirkstoffgruppe insgesamt in der Saison maximal 3x eingesetzt werden.

Ökologischer Weinbau: POTTASOL (Kaliwasserglas): bis zum Weichwerden der Beeren in die Traubenzone mit 3,0 L/ha (Konz: 0,5%) Kaliwasserglas ist nicht mischbar mit Mycosin-Vin, Vitisan und Xentari WG! Vor der Ausbringung Traktorkabine mit Autowachs einreiben, um Beschlag zu vermeiden.


4.) Schwarzfäule

In Weinbergen in direkter Nähe zu Weinbergsdrieschen sollte ein Mittel mit Zusatzwirkung gegen die Schwarzfäule verwendet werden: Kupferpräparate in Verbindung mit Netzschwefel oder FLINT (240 gr./ha; 15 gr./hl) oder TOPAZ (320 ml/ha; 20 ml/hl) oder GEYSER (120 ml/ha; 12 ml/hl).

Ökologischer Weinbau: Die Anwendung von Kupfermitteln in Kombination mit Netzschwefel deckt die Schwarzfäule mit ab.



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Wasserschutz: Reste von Pflanzenschutzmitteln und das bei der Spritzgerätereinigung anfallende Reinigungswasser nicht in die Kanalisation einleiten, sondern im Weinberg verspritzen.
Bei Vergiftung oder Verschlucken: Bitte sofort die Belgische Antivergiftungs-Zentrale unter der kostenlosen Nummer (+352) 8002 – 5500 kontaktieren. Im Falle einer Vergiftung durch Pflanzenschutzmittel oder ähnlichen chemischen Substanzen können die Ärzte der Zentrale Hinweise für Erste Hilfe geben, sowie die Notwendigkeit eines medizinischen Eingriffs ermitteln. Homepage: http://www.centreantipoisons.be

Bei weiteren Fragen, wenden Sie sich bitte an Herrn Serge Fischer; Tel 23 612 218 ; serge.fischer@ivv.etat.lu oder Herrn Robert Mannes; Tel 23 612 226 ; robert.mannes@ivv.etat.lu oder Frau Mareike Schultz; Tel: 23 612 220; mareike.schultz@ivv.etat.lu

Mitgeteilt durch das Weinbauinstitut, Abteilung Weinbau.



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