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Cabernet Blanc - Sortenbeschreibung und Anbauempfehlungen

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Cabernet Blanc – Eine interessante Rebsorte für den Luxemburger Weinbau

Die großherzogliche Verordnung vom 26 November 2014 erweiterte die für die Weinherstellung in Luxemburg zugelassenen Rebsorten unter anderem mit einigen pilzwiderstandsfähigen Sorten (PIWIS). D.h. seit diesem Jahr können interessierte Winzer diese PIWIS uneingeschränkt anpflanzen.

Was sind PIWIS?

Die pilzwiderstandsfähigen Reben sind ursprünglich aus Kreuzungen zwischen Europäerreben (Vitis vinifera) und pilzresistenten amerikanischen Arten entstanden. Sie stellen das Ergebnis eines über Jahrzehnte währenden Züchtungsprozesses dar, in dessen Verlauf mehrfache Rückkreuzungen mit Kultursorten erfolgten. Sie sind der Art Vitis vinifera zuzuordnen, da sie im Rahmen des durchgeführten Zulassungsverfahrens taxonomisch davon nicht zu unterscheiden sind. Die in einer offiziellen Überprüfung im Rahmen der vergleichenden Sortenprüfung bestätigte gute Weinqualität erlaubt die Qualitätsweinproduktion gemäß EU-Recht.

PIWIS sind zudem die beste Möglichkeit um weitestgehend auf Pflanzenschutzmittel verzichten zu können. Zusätzlich wird durch den reduzierten Pflanzenschutzmitteleinsatz der Boden durch weniger Befahrungen geringer belastet. Weitere Vorteile sind die Arbeitszeiteinsparungen, Kosteneinsparungen, Arbeitserleichterungen insbesondere in Steillagen sowie Schonung von Nützlingen. Die PIWIS sind also nicht nur für Biobetriebe eine interessante Alternative.

Sortenbeschreibung

Eine der vielversprechendsten Sorten ist sicherlich der Cabernet blanc. Die Rebsorte „Cabernet blanc“ ist eine ist eine Kreuzung aus Cabernet Sauvignon und Resistenzpartnern und wurde 1991 von dem Schweizer Rebenzüchter Valentin Blattner gezüchtet. Die Traube ist gemischtbeerig, d.h. normalgroße und kleine kernlose Beeren befinden sich nebeneinander. Durch dieses Verrieseln sind die Trauben sehr lockerbeerig, was sich sehr gut auf die Fäulnisresistenz auswirkt. Besonders die kernlosen Früchte weisen einen sehr hohen Zuckergehalt und gute Extraktwerte auf. Die Sorte hat außerdem eine gute Resistenz gegen Oidium (Echter Mehltau) und Peronospora (Falscher Mehltau). Wegen der Frosthärte und der extrem hohen Fäulnisfestigkeit eignet sich die Sorte sehr gut für nördlichere Weinanbaugebiete. Die Sorte reift zu einem ähnlichen Zeitpunkt wie der Weißburgunder, die Beeren wirken lange grün und unreif, erst bei vollständiger Reife färben sie sich gelb. Der Wuchs der Sorte ist aufrecht und gerade mit gut durchlüfteter Traubenzone. Der Duft und Geschmack des Weines erinnern an einen Sauvignon blanc.

Cabernet blanc

Erfahrungen aus dem Weinbauinstitut

Das Weinbauinstitut in Remich hat die Sorte seit einigen Jahren im Versuchsanbau. Der Pflanzenschutzmittelaufwand konnte im Vergleich zu den klassischen Rebsorten um 80% reduziert werden. Derzeit läuft ein dreijähriger Versuch bei dem geprüft wird, ob ein kupferfreier ökologischer Pflanzenschutz bei PIWIS in unserem Klima möglich ist. Die ersten Resultate sind vielversprechend. Trotzdem ist es wichtig den Weinberg regelmäßig zu kontrollieren, da Erfahrungen aus dem Ausland ergaben, dass der Echte Mehltau bei sehr hohem Infektionsdruck auch die Rebsorte Cabernet blanc befällt.

Cabernet blanc

Trotz der hohen Fruchtbarkeit dieser Sorte, neigt sie zu einer starken Verrieselung. Desweiteren bleiben viele Beeren klein. Wegen dieser Ertagsschwäche empfiehlt dass Weinbauinstut Cabernet blanc mit 2 Fruchtruten anzuschneiden. Daher sollte bei der Erstellung einer Neuanlage ein Stockabstand von 1,15 bis 1,25 Meter und eine Gassenbreite von 2 Meter gewählt werden. Um das Beerenwachstum zu fördern, sollten die Cabernet blanc Weinberge direkt nach der Blüte gegipfelt werden. Desweiteren sollten kurz nach der Blüte keine Entblätterungsmaßnahmen durchgeführt werden, da sonst wichtige Assimilationsfläche entzogen wird und die Zellteilung in den Beeren reduziert wird. Werden die eben erwähnten Kulturmaßnahmen beachtet, sind Erträge zwischen 80-100 hl/ha zu erwarten.

Vermarktungspotential

Neben den arbeitswirtschaftlichen und umwelttechnischen Aspekten interessiert den Winzer aber auch das Vermarktungspotential des Cabernet blanc. Sowohl der Name als auch das Aromaprofil der Sorte ist nämlich bei den Luxemburger Weinkenner bis dato noch unbekannt.

Aufgrund der wachsenden Beliebtheit von Sauvignon blanc bei Weißwein Liebhaber ergibt sich auch für den stilistisch ähnlichen Cabernet blanc eine interessante Marktlücke. Der Name der Sorte ist gut gewählt und erinnert eher an eine klassische französische Rebsorte als an eine pilzwiderstandsfähige Neuzüchtung.

Eine andere, interessante Absatzmöglichkeit bilden Cuvéeweine. Durch seine interessante und ausgeprägte Aromatik stellt der Cabernet blanc ein interessanter Verschnittpartner mit aromatisch eher neutralen Weinen dar, wie beispielsweise dem Pinot blanc oder dem Auxerrois.

Eine weitere Absatzschiene von PIWIS wird vom Weinbauinstitut im Bereich der Crémantherstellung erprobt. Hier gilt es festzustellen, inwiefern die Rebsorte Cabernet blanc sich als Verschnittpartner in Crémant Grundweinen verhält.

Studien aus dem deutschsprachigen Raum weisen darauf hin, dass der Winzer in seiner Kommunikation mit einer eher traditionellen Kundschaft, nicht betonen soll, dass es sich bei dem Cabernet blanc um eine pilzwiderstandsfähige Rebsorte handelt. Qualitative Aspekte sollten hierbei eher in den Vordergrund gesetzt werden.

Quellen: Institut viti-vinicole, Rebschule Freytag, LWG Veitshöchheim.

Cabernet blanc



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